Ev.-luth. Kirchengemeinde Kirchtimke

Aktuell

Start in den Advent dient gutem Zweck

Familiengottesdienst und Markt in der Kirchengemeinde Kirchtimke - Erlös für Kindernothilfe
KIRCHTIMKE. Sich auf die Adventszeit einstimmen und gleichzeitig die Armut in Burundi bekämpfen helfen will die Kirchengemeinde Kirchtimke am kommenden Sonntag, 27. November. Unter dem Motto „Licht, Gebete und Aktionen als Zeichen der Hoffnung" findet ab 10 Uhr ein Familiengottesdienst in der Lambertus-Kirche statt, dem sich ein kleiner Adventsmarkt anschließt. „Seit mehr als zehn Jahren engagiert sich die Kirchengemeinde Kirchtimke immer wieder für Projekte der Kindernothilfe, die ein verlässlicher Partner ist", sagt Pastor Wolfgang Preibusch. Diesmal sollen Mütter und Kinder in Burundi bedacht werden.
Der Erlös aus einer Tombola sowie dem Verkauf von Apfelsaft, Apfelpunsch und Würstchen fließt in ein Projekt für allein erziehende Frauen, denen ermöglicht wird, ihre Kinder selbst zu versorgen. In einem der ärmsten Länder der Welt, das noch immer unter den Folgen eines Bürgerkrieges leidet und in dem es
kaum Ackerboden gibt, ist das keine Selbstverständlichkeit.
Bevor sich die Kirchenglieder auf dem Markt an der Kirche zu Gunsten der guten Sache amüsieren, steht in der Kirche der feierliche Gottesdienst auf dem Programm. An dessen Gestaltung sind die Konfirmanden der 5. Klassen beteiligt. Im Mittelpunkt steht laut Pastor Preibusch die Verheißung des Propheten Jesaja: „Das Volk, das im Finsteren wandelt, sieht ein großes Licht." Dazu wird es unter anderem Spielszenen geben. Die Flötenkinder aus Ostertimke leisten zudem einen musikalischen Beitrag.
Die Veranstaltung richte sich an alle Kinder und Eltern samt Großeltern, so der Pastor, (bal)
www.kindernothilfe.de
Auf einen Blick
Was: Familiengottesdienst mit
anschließendem Adventsmarkt
Wann: Sonntag, 27. November,
10 Uhr
Wo: Lambertus-Kirche in Kirchtimke
Zevener Zeitung 24.11.2011

 

Beliebte Kirchengemeinde beschreitet den Lernweg

- 31.10.2011 Wümme Zeitung
Neues Projekt auf Anhieb ein Volltreffer

Wann sind Kirchengemeinden für Menschen attraktiv? Und wie können sie an Ausstrahlungskraft gewinnen? Diese beiden Fragen standen im Mittelpunkt eines Projektes, das das Haus kirchlicher Dienste und das Sozialwissenschaftliche Institut der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gemeinsam angeboten haben. Zwölf Gemeinden der hannoverschen Landeskirche, die sich selbst als attraktiv einstufen, nahmen ein Jahr lang daran teil, darunter die Kirchengemeinde Kirchtimke.

Von Ulrike Schumacher

Kirchtimke. "Wir sind auf einem guten Weg", kann Kirchtimkes Pastor Wolfgang Preibusch zufrieden Bilanz ziehen. Als verlockend habe er es empfunden, mit den anderen Gemeinden eine gemeinsame Lernstrecke zu gehen. Unterschiedliche Etappen legten die Teilnehmer dabei während des vergangenen Jahres zurück. Das gemeinsame Ziel: "die attraktive Zukunftsgestaltung kirchlicher Arbeit von Gemeinden zu stärken". Außerdem sei es darum gegangen, Brücken zu schlagen zwischen Empirie und Theologie sowie die zwölf Gemeinden in ihrer örtlichen Arbeit und in ihren Schwerpunkten genau wahrzunehmen, berichtet Wolfgang Preibusch.

Mit einem Steckbrief der eigenen Gemeinde habe das Projekt begonnen, erzählt der Kirchtimker Pastor. Eine hilfreiche Übung sei das gewesen, das Profil der Kirchengemeinde herauszustellen und bewusst den Blick auf die Schwerpunkte ihrer Arbeit zu legen und sich darüber klar zu werden, "in welcher Weise sie zu einer attraktiven Ausstrahlung beitragen". Für Kirchtimke gilt: Hier gibt es "eine starke Familienorientierung", die sich auch in der Gemeindearbeit widerspiegelt. Die Eltern-Kind-Gruppen, der Kindergottesdienst, die vorgezogene Konfirmandenarbeit ab dem vierten Schuljahr sowie die starke Kinder- und Jugendarbeit sind Beispiele dafür.

Mit dieser Arbeit, das hat das Projekt gezeigt, trifft Kirchtimkes Gemeinde in punkto Ausstrahlungskraft ins Schwarze. Ein Ergebnis des Projektes, das von Professor Gerhard Wegner, Direktor am Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD, und Ralf Tyra, Direktor am Haus kirchlicher Dienste in Hannover, geleitet wurde, lautet: "Erfolgreiche Gemeinden sind in ihren Dörfern oder Stadtteilen gut vernetzt. Sie arbeiten stark mit Kindern, Jugendlichen, Familien und jüngeren Senioren." Gruppen, die für christliche Werte offenbar besonders aufgeschlossen seien.

Auch die Gestaltung des Gottesdienstes habe in Kirchtimke eine besondere Bedeutung. Das zeige sich in der Wertschätzung der lebensbegleitenden Feiern wie Taufen, Konfirmation, Trauung, aber auch bei Trauerfeiern und in dem starken Element der Kirchenmusik.

Als ein Ergebnis des Projekts könne festgehalten werden, dass Mitglieder attraktiver Gemeinden von einer "warmen, gemütlichen, hellen und freundlichen Atmosphäre" berichten. Dies liege einerseits an den Menschen, habe andererseits aber auch stark mit der Qualität der Räume zu tun. Auch daran hat man in Kirchtimke bereits gearbeitet. "Die Kirchengemeinde hat hier in mehreren Ausbauschritten in den letzten Jahren viel investiert", berichtet Pastor Preibusch. So seien im Gemeindehaus Räume für einzelne Gruppen geschaffen, auf dem Außengelände ein Spielplatz angelegt und die Kirche von innen und außen renoviert worden.

Zum gemeinsamen Lernweg gehörte ferner, mit fachlicher Unterstützung in den Kirchengemeinden ein neues Projekt auf die Beine zu stellen. "Es bestand der Wunsch, die Zusammenarbeit in der Region zu stärken und sich für gemeinsame Angebote und neue Zielgruppen in der Samtgemeinde Tarmstedt zu öffnen", erzählt der Pastor. Entstanden ist daraus der "Feierabend von Frauen für Frauen". Auf Anhieb mit Erfolg: Zum ersten Treffen kamen 63 Frauen. Nun plant die Kirchengemeinde für das kommende Jahr auch ein Männerfrühstück. Ihm habe gefallen, berichtet der Pastor, dass das Projekt nicht darauf ausgerichtet war, Konkurrenz zu entfachen. Es ging vielmehr darum, miteinander und voneinander zu lernen. "In allen beteiligten Gemeinden war zu spüren: Die Liebe zum Gottesdienst und die Hinwendung zu den Menschen gehören zusammen." Wichtig sei, in der Gemeinde gemeinsam etwas bewegen zu wollen. Events und Aktionen seien ebenfalls ein zentrales Element der Gemeindearbeit. Und Kindertagesstätten könnten ein Tor zur Gemeinde sein, wie auch die Kooperation mit Schule, Kommune, Vereinen und Institutionen vor Ort die eigenen Handlungsmöglichkeiten und die Präsenz erweitern würden. "Sozialwissenschaftlich ausgedrückt vermehren Menschen in Kirchengemeinden ihr Sozialkapital", fasst Direktor Wegner zusammen. "Das heißt ihre Kontakte und Beziehungen, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse."

 

500 Euro für ein neues Spielgerät

Bild: Zevener Zeitung

KIRCHTIMKE. Die Kinder und Mütter des Mini-Clubs der Kirchengemeinde Kirchtimke freuen sich über ein neues Federwipptier auf dem Spielplatz am Gemeindehaus. Möglich wurde die Anschaffung des rund 500 Euro teuren Spielgerätes dank der Unterstützung der Zevener Volksbank, die das Geld aus Mitteln des VR-Gewinn-Sparens zur Verfügung stellte. Unser Bild zeigt Privatkundenberater Stefan Heibel (bei der offiziellen Übergabe der Wipp-Schildkröte an die Mini-Club-Gruppen. Text/Foto: olm
Zevener Zeitung 11.10.2011

Zeltgottesdienst der Landjugend in Hepstedt

Erntedankfest in Hepstedt mit unserem Posaunenchor

Erntedankfest in Hepstedt
Von Irene Niehaus
Hepstedt. Hepstedt feiert Erntedank: Die Festveranstaltung findet am Sonnabend und Sonntag, 24. und 25. September, statt. Die Landjugend trägt die Erntekrone am 24. September feierlich durchs Dorf. Der Festakt beginnt um 14 Uhr auf dem alten Schulgelände. Die Festrede hält Hans-Heinrich Ehlen. Gegen 15 startet der Umzug durch das Dorf. Im Anschluss gibt es Kaffee und Kuchen im Festzelt mit einem Kindertanz für die Kleinen.

Abends begleitet die Band "Comboo" den Festball. Für den nächsten Morgen ist ein Gottesdienst angesetzt, den die Landjugend Hepstedt zusammen mit Pastor Wolfgang Preibusch gestalten. Danach lädt die Landjugend zum Frühschoppen mit Hochzeitssuppe ein. Er beginnt um 11Uhr.
(Wümme Zeitung 21.9.2011)

 

Neues offenes Angebot für Frauen

nächster Termin am 22.Mai 2012, Thema: "Abendstille überall" / Wilstedt

Ein gelungener Auftakt

nächster Termin am 22.Mai 2012, Thema: "Abendstille überall" / Wilstedt

„Feierabend“ lockte viele Frauen nach Kirchtimke

Der Parkplatz vor dem Gemeindehaus der Kirchtimker Kirchengemeinde reichte kaum für alle Gäste aus. „Mit 63 Teilnehmern bei unserem ersten Feierabend für Frauen haben wir kaum gerechnet“, sagt Karola Preibusch vom Vorbereitungsteam. „Wir freuen uns, dass unser neues Angebot einen bunt gemischten Teilnehmerkreis aus den Dörfern unserer Samtgemeinde erreicht hat“, das war der Tenor im Team. Vor einem halben Jahr hatten die ersten Planungen im Regionalausschuss der Kirchengemeinden Wilstedt und Kirchtimke begonnen. Ziel war es, ein neues regionales Angebot in der Kirche in der Region für Frauen zu etablieren. Der Gemeindesaal war ganz gefüllt und in lockerer und fröhlicher Atmosphäre wurde gesungen, gegessen, gehört, erzählt und gelacht. Karola Preibusch und Heike Röhrs führten in das Thema ein: „Geduldig und gelassen durch en Tag!?“ An Beispielen aus dem Alltag wurde deutlich, wie schnell die Gelassenheit bei der Fülle von Aufgaben im Haushalt du mit den Kindern verloren gehen kann. Es wurde aber auch deutlich, wie jede Frau daran arbeiten kann, eine Streßsituation in eine „geschenkte Zeit“ zu verwandeln. Über eine lange Wartezeit beim Arzt oder in der Schlange vor einer Kasse kann man sich ärgern, man kann sie aber auch für sich zur Entspannung nutzen. Das gelingt sicher nicht immer gleichermaßen, aber es zeigt doch an, wie wichtig die eigene Einstellung ist. Zum Abschied nahmen die Frauen aus der Region Tarmstedt-Wilstedt-Kirchtimke das Gebet Oetingers mit, das lautet: „Herr, gib mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Die Teilnehmer und das Feierabendteam freuen sich auf das nächste Treffen, das etwa in einem Vierteljahr in Tarmstedt statt finden wird.

 

Gemeinden besuchen sich

- 10.09.2011 Wümme Zeitung
Beziehung besteht seit über 60 Jahren
Von Lena Teuber
Landkreis Rotenburg. Schon seit über 60 Jahren besteht die Freundschaft zwischen den Kirchengemeinden Kirchtimke und Böhlitz-Ehrenberg, das in der Nähe von Leipzig liegt. Jeden Sommer macht sich eine der beiden auf, um die jeweilige Partnergemeinde zu besuchen. So auch in diesem Jahr. Diesmal waren es die Teilnehmer aus Kirchtimke, die am Freitag, 2. September, zu ihrem Wochenendbesuch Richtung Leipzig aufbrachen.

Die Besonderheit in diesem Jahr war, dass sich, zusammen mit der Diakonin Sonja Winterhoff, auch insgesamt zehn Jugendliche mit auf den Weg machten. In Böhlitz-Ehrenberg wurden die Besucher schon erwartet und mit gegrillten Würstchen und Salaten herzlich begrüßt, berichteten die Männer und Frauen nach der Rückkehr. Den Abend verbrachten die Teilnehmer zusammen im Kirchgarten, wo sie sich näher kennenlernten oder schon bestehende Freundschaften genossen.

Während die Erwachsenen alle in Gastfamilien untergebracht waren, verbrachten die Jugendlichen die Nacht gemeinsam im Gemeindehaus. Am nächsten Tag ging es für sie in den Freizeitpark Belantis, der für Aufregung und Bauchkribbeln sorgte. Die Erwachsenen hingegen fuhren am Sonnabend mit dem Bus erst nach Klein Liebenau, um sich dort die Kirchen am Jakobsweg anzuschauen und sich zum Abschluss den Merseburger Dom zeigen zu lassen.

Am Abend kamen dann alle Teilnehmer wieder zusammen und verbrachten diesen im Kirchengarten bei netten Gesprächen und einem reichhaltigen Suppenbuffet. Am Sonntag, nach einer nicht allzu langen Nacht, trafen sich alle Teilnehmer zum gemeinsamen Gottesdienst mit Abendmahl, bevor es schließlich für alle zurück nach Hause ging. Im kommenden nächsten Sommer - auf beiden Seiten sei die Vorfreude laut Sonja Winterhoff schon groß - treffen sich die Kirchengemeinden in Kirchtimke.

 

Feierlicher Einführungsgottesdienst

Feierlicher Einführungsgottesdienst
- 30.08.2011 Wümme Zeitung
Gottes Segen und Adlers Fittiche
Von PETER ERDMANN
Wilstedt. "Wilstedt ist ein großes Kirchspiel mit vielen Dörfern und vielen Aufgaben. Darum hat sich die Gemeinde mit Marcus Garras auch einen ,großen' Pastor ausgesucht", sagte Pastor Wolfgang Preibusch aus Kirchtimke in der voll besetzten St.-Petri-Kirche und blickte von der Kanzel zum Seitenschiff des über 1000 Jahre alten Gotteshauses. Dort hatten der neue Gemeindepfarrer, der stattliche 1,98 Meter groß ist, und sein sechsjähriger Sohn Jonathan gemeinsam mit Superintendentin Jutta Rühlemann sowie den langjährigen Wegbegleitern, den Pastoren Richard Hölck aus Hamburg-Wandsbek und Kurt Herrera vom Missionswerk Hermannsburg, Platz genommen. Die Ehefrau Stefanie saß während der feierlichen Amtseinführung mit den drei Töchtern Emma Luisa, Anna-Paula und Clara vorn in der zweiten Reihe - eingerahmt von den Mitgliedern des Kirchenvorstandes. Am Sonntag, dem zehnten Sonntag nach Trinitatis, auch Israel-Sonntag genannt, endete für die Gläubigen aus Wilstedt, Tarmstedt und den
Nachbardörfern die dreimonatige Vakanzzeit ohne eigenen Seelsorger. Der feierliche Einführungsgottesdienst für Marcus Garras bestand aus drei Abschnitten: dem Einführungsteil durch den Vakanzvertreter Preibusch, dem Einführungsakt mit Segnungen durch die Superintendentin, den Kirchenvorstehern und Garras' Wegbegleitern sowie abschließend der ersten Predigt des neuen Theologen, in deren Mittelpunkt das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten (2. Buch Mose) verbunden mit einem Rück- und Ausblick aus heutiger Sichtweise stand. In diesem Zusammenhang sprach er von "Adlers Fittichen", um die Jungvögel vor dem Absturz zu schützen, und stellte an diesem Beispiel "die Momente des Glaubens, des Vertrauens und der Geborgenheit" heraus, zumal Gottes Spuren manchmal klar, manchmal weniger klar seien. Zuvor hatte Rühlemann Wilstedts neuen Theologen als einen Kirchenmann vorgestellt, der zum einen viel unterwegs gewesen sei und der zum anderen aus seinem Glauben Kraft schöpfe. Ihr, so die Superintendentin aus Osterholz-Scharmbeck weiter, habe Marcus Garras in einem Gespräch bildhaft geschildert, dass auch "wir als Christen ein wanderndes Gottesvolk sind", die ihre Zelte abbauen und wieder aufbauen. Und bevor schließlich Pastor Marcus Garras an die Kanzel trat, gab ihm Jutta Rühlemann folgende Worte mit auf den Weg: "Gehe in Frieden, um Deinen Dienst zu tun." Im Verlauf des Einführungsaktes verlas Marko Müller als stellvertretender Kirchenvorsteher den Wortlaut der Ernennungsurkunde, die der hannoversche Landesbischof unterschrieben hat. Danach erhielt der neue Gemeindepastor durch seine Amtskollegen, Diakonin Sonja Winterhoff und durch den Kirchenvorstand "Gottes Segen".

 

Seelsorger mit Humor und Schuhgröße 48

Der 43-jährige Marcus Garras wird neuer Pastor der Kirchengemeinde Wilstedt-Tarmstedt
- 24.08.2011 Wümme Zeitung

Von Irene Niehaus
Tarmstedt·Wilstedt. Die Hausklingel funktioniert nicht. Marcus Garras schraubt am Sicherungskasten herum. Doch ohne Erfolg. Ein Elektriker muss her. Umzugskartons lagern im Flur und Wohnraum, und auch im Arbeitszimmer herrscht noch geordnetes Chaos. Bei Familie Garras geht es noch ein wenig drunter und drüber. Kein Wunder, erst vor neun Tagen ist die Großfamilie in das Pastorenhaus an der Rothensteiner Straße in Tarmstedt eingezogen. Der Kirchengemeinde Wilstedt stellt sich ihr neuer Seelsorger am kommenden Sonntag vor.

Wenn der 43-Jährige von einem Raum in den anderen geht, muss er sich bücken. Für seine 1,98 Meter sind die Türen im Pfarrhaus nicht gedacht. "Wenn man so groß ist wie ich, wird man automatisch demütig - man muss sich immer nach unten bewegen", sagt der Mann mit der Schuhgröße 48 und lacht. Am Esstisch, am dem zwölf Stühle stehen, erzählt der vierfache Familienvater offen und locker aus seinem Leben. Ein Buggy ist in die Ecke geschoben, die großen Fenster erlauben einen Blick auf den grünen Rasen und ein kleines Dreirad. Zwei Jahre alt wird seine jüngste Tochter Clara, die älteste, Emma Luisa, ist elf und geht auf die KGS Tarmstedt. Und dann sind da noch die neunjährige Anna-Paula und der sechsjährige Jonathan. Seine Frau Stephanie lernte Garras im Seniorenheim kennen. Er besuchte gerade seine Großmutter, sie jobbte in der Einrichtung. "Es war Liebe auf den ersten Blick - für beide", sagt Garras und lächelt. Mittlerweile sind er und die 39-jährige Montessori-Erzieherin elf Jahre lang verheiratet.

Ihre beiden "mittleren" Kinder besuchen seit ein paar Tagen die Grundschule, nicht in Tarmstedt, sondern in Wilstedt. Das nicht ohne Grund. Denn wenn das Wilstedter Pfarrhaus renoviert ist, zieht die Familie wieder um. Wann, steht noch nicht fest. In vier oder erst in zwölf Monaten.

Vor Wilstedt in Tarmstedt gelebt zu haben, sehen Marcus Garras und seine Frau als Chance, beide Orte gut kennen zu lernen und deren "Lebensgefühl" zu erspüren, erzählt der Geistliche. Er fühle sich "unheimlich wohl" in diesem ländlichen Umfeld, das zudem mit der Nähe zu Bremen und Zeven nicht abgeschnitten sei von der Welt.

Dörfliches Leben kennt er von seinem Heimatort Kakenstorf, der zwischen Buchholz an der Nordheide und Tostedt liegt und in dem Garras von seinem fünften Lebensjahr an mit seinen Eltern wohnte. Das Abitur legte er 1987 in Tostedt ab.

Nach der Reifeprüfung ging Garras zum Theologie-Studium an das Missionsseminar in Hermannsburg. Ein Schritt, der den Dienst in Übersee vorsieht. Ein Missionar wollte Marcus Garras aber nicht werden. "Ich habe mich immer gegen diesen Begriff gewehrt", betont Garras. "Mission wirkte für mich immer wie von oben herab." Er verstehe sich als Begleiter, aber nicht als einer, der von oben herab Glauben vermittele.

Den ersten Auslandseinsatz hatte der 43-Jährige während seines Studiums. Acht Monate lang absolvierte er ein Praktikum in einer deutschen Kirchengemeinde in Süd-Chile. Nach seiner Rückkehr mündete seine Liebe für Spanisch in ein Magister-Studium der Romanischen Philologie, das er ebenso wie das Theologiestudium abschloss. Das kirchliche Anerkennungsexamen legte Garras 1995 ab. Daran schloss sich das Vikariat an, das erste Jahr in Hannover-Herrenhausen, das zweite erneut in einer deutschen Gemeinde im Ausland, dieses Mal in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas. Dort wirkte er als Pfarrer und als Religionslehrer an der deutschen Humboldtschule. Die venezolanische Natur, schwärmt Garras, sei "unheimlich beeindruckend." Gottesdienste am wunderschönen Strand, auch daran denkt er gerne zurück.

Doch ein Lebensabschnitt prägte ihn und seine Familie besonders. Zehn Jahre verbrachten Marcus Garras und seine Frau in Peru. In der zweitgrößten Stadt des Landes, Trujillo, arbeitete er in einer anfangs kleinen lutherischen Kirchengemeinde, die mit den Jahren wuchs. Er baute die spanisch sprechende Gemeinde mit auf. Bis Dezember 2010 lebten die Garras in dem lateinamerikanischen Land, drei ihrer Kinder wurden dort geboren, besitzen die peruanische Staatsangehörigkeit und sprechen fließend Spanisch. "Es war eine tolle Zeit mit tollen Erfahrungen, die ich nicht missen möchte", schildert Marcus Garras. Er selbst habe jetzt einen anderen Zugang zu Menschen mit Migrationshintergrund, "weil ich selber Migrant war". Auch wenn der Abschied von Peru ein sehr trauriger war, die Garras wollten zurück nach Deutschland, auf das sie sich richtig gefreut hatten. "Wir möchten jetzt sesshaft werden", betont Marcus Garras.

An seinem neuen Wohnort habe er bislang nur gute Erfahrungen gemacht. Nachbarn brachten Brot und Salz zum Einzug, andere halfen mit Dübeln aus. Mit seiner unkomplizierten Art dürfte der bodenständige Seelsorger bei vielen auf offene Arme stoßen. Er selbst bezeichnet sich als geerdet und humorvoll. "Ich lache gerne." Das geht dann manchmal soweit, dass er während der Predigt einen Witz erzählt. Garras spielt zudem gerne Gitarre und leitete während des Studiums einen Chor. Früher ging er gerne Windsurfen und Ski fahren und spielte Tennis, heute kann er beim Schwimmen gut entspannen.

 

Ingo Müller ist 25 Jahre Posaunenchorleiter

25-jährige Übergangslösung

HEPSTEDT/Kirchtimke. „Vorübergehend“ wollte Ingo Müller im Oktober 1985 das Chorleiter-Amt des Posaunenchors der Kirchengemeinde Kirchtimke übernehmen. Daraus sind jetzt 25 Jahre geworden. Ein Leben ohne Blechblasinstrumente kann er sich heute kaum vorstellen. Von Marlies Wellbrock

Ingo Müller hat schon als junger Mann Verantwortung übernommen und feiert jetzt sein 25-jähriges Jubiläum als Leiter des Posaunenchores der Kirchengemeinde Kirchtimke. Foto: maw

„Jeder, der kein Blechblasinstrument spielt, verpasst sehr viel“, sagt der 43-Jährige. Beim Spielen von Blechblasinstrumenten arbeite der ganze Körper. Man müsse Atmung, Lippen, Mundraum und Zunge kontrollieren, um die Töne zu treffen. Hinterher fühle man sich richtig gut. Im Vergleich zum Sport trainiere man nicht nur den Körper; das Musizieren sei auch eine geistige Herausforderung. „Musik ist eine kleine Kunst.“

Mit zehn Jahren wurde Ingo Müller an die Blasmusik herangeführt. Sein Vater war Mitglied im Posaunenchor und bildete damals die Anfänger aus. Fasziniert spielte Müller Trompete und absolvierte mit 17 Jahren eine Chorleiter-Ausbildung. „Ich war neugierig und da kann man sehr viel lernen.“

Zu der Zeit wusste er noch nicht, dass er nur wenige Monate später selbst den Chor leiten würde. Der Wegzug von Pastorenfrau Ursula Stuckenschmidt, die bis dahin als Chorleiterin fungiert hatte, stand bevor; es musste ein Nachfolger gefunden werden. Ingo Müller, 18-jährig, dachte: „Ich mache das mal vorübergehend bis zum Abitur.“ Sein Abitur hatte er kurze Zeit später in der Tasche, Anlass, übers „Aufhören“ nachzudenken, gab es jedoch keinen.

Mit Kindern ab etwa acht Jahren bis hin zu älteren Menschen – das älteste aktive Mitglied ist 81 Jahre alt – zu arbeiten, sei eine spannende Aufgabe. Auch die Ausbildung der Jungbläser bereite große Freude. Geduld und wortwörtlich ein langer Atem gehöre dazu, bis ein Bläser sich die Töne erarbeitet hat. Es sei schön mit anzusehen, wie Anfänger sich über Erfolge freuten. Aber auch die Freude, die Menschen zeigen, die etwa zum runden Geburtstag ein Ständchen erhalten, bewegt Müller. Das seien Momente, für die sich die Arbeit lohne. Langeweile gibt es im Chor nie, immer wieder werden neue Stücke eingeübt. Neben Chorälen auch Modernes. Wichtig sei eine gute Mischung, wobei die klassischen Stücke nicht verloren gehen dürften. „Die alte Musik ist ein Stück Kultur, das man weitergeben sollte.“ In den Schulen werde sie jedoch etwas stiefmütterlich behandelt. So liege ihm der Chor schon aus kultureller Verantwortung heraus am Herzen. Er sei ein gutes Forum, um musikalisches Wissen weiterzugeben.

Der Hepstedter hatte als junger Mann mit einem Theologiestudium geliebäugelt. Die Chance, direkt nach dem Abi den Beruf des Blechblasinstrumentenbauers bei Hans Kromat in Wilstedt zu erlernen, ließ er sich aber nicht entgehen. So dreht sich in seinem Leben vieles um die Musik, aber eben nicht alles. Immerhin ist Ingo Müller verheiratet und hat mit seiner Frau Petra, die übrigens die Begeisterung für Blechblasmusik teilt, drei Kinder.

„Ich bin ein ganz normaler Familienvater“, sagt Müller. Einer, der in der Freizeit gerne mit seinem 14-jährigen Sohn ins Weser-Stadion fährt – oder noch mehr musiziert. Schließlich ist er auch noch Mitglied der Bigband der Kreismusikschule.

Zum Thema
Ingo Müllers 25-jähriges Chorleiterjubiläum wird die Kirchengemeinde Kirchtimke im morgigen Erntedankgottesdienst würdigen. Man sei sehr dankbar „für das reiche Programm und die hohe Qualität seiner musikalischen Arbeit“, teilt Pastor Wolfgang Preibusch mit. Zudem wird Müller dann eine Ehrung des Posaunenwerkes der Landeskirche zuteil. Anschließend ist die Gemeinde zum Kirchkaffee eingeladen.

Zevener Zeitung Artikel vom 02.10.10 - 06:00 Uhr

 

Schub für die Kirchenmusik

Zevener Zeitung

Schub für Kirchenmusik

Kirchtimke. Kirche ohne Musik? Unvorstellbar. Für den Kirchtimker Kirchenvorstand sowieso. Der will das musikalische Angebot in der Gemeinde in Qualität und Umfang erhalten und ruft deshalb einen Förderverein ins Leben. Dessen Gründung wird am Sonnabend, 11. September, erfolgen.

Dem Anlass angemessen soll die Gründungsversammlung musikalisch eingeläutet werden. Ab 19 Uhr werden in der Lambertuskirche Kirchenchor und Posaunenchor gemeinsam zu hören sein.

Dann mit von der Partie sind sieben Jungbläser, die nach ihrer erfolgreichen Ausbildung erstmals mit dem gesamten Chor auftreten. Auf dem Programm steht Musik von Johann Sebastian Bach, darunter die doppelchörige Bearbeitung Albert Beckers über den Choral „Erhalt uns Herr bei deinem Wort“. Ferner werden drei Stücke zeitgenössischer Komponisten zu Gehör gebracht.

Spätestens nach diesem Auftritt ist dann jedem klar, wie wertvoll die musikalische Arbeit in der Gemeinde ist, hoffen die Verantwortlichen. Um diese trotz knapper Kassen uneingeschränkt fortsetzen zu können, soll direkt im Anschluss an die Abendmusik der Förderverein gegründet werden. Dies sei seit dem jüngsten Treffen der beiden Chorleiter Uwe Bettels und Ingo Müller mit interessierten Gemeindegliedern und Vertretern des Kirchenvorstands endgültig in trockenen Tücher, teilt Pastor Wolfgang Preibusch mit. „Eine ausreichende Zahl von Gründungsmitgliedern ist gefunden und auch für die aktive Vorstandsarbeit stehen Personen bereit.“

Chor ist 137 Jahre alt
Nun wäre wichtig, dass sich möglichst zahlreiche weitere Gründungsmitglieder finden, betont der Pastor, der sich „eine gute Resonanz und eine gut gefüllte Kirche“ wünscht. Der Erlös des Abends fließt – wie könnte es anders sein – dem neuen Verein zu.

Preibusch hebt auch die große musikalische Tradition seiner Gemeinde hervor. Der Posaunenchor ist vor 137 Jahren gegründet worden und zählt damit zu den ältesten seiner Art innerhalb der hannoverschen Landeskirche. Immerhin schon 20 Jahre besteht der Kirchenchor. Neben der Arbeit mit den Chören begleiten Bettels und Müller diverse andere musikalische Aktivitäten in der Gemeinde. Dazu zählen Konzerte, Ausbildung des Nachwuchses, Chorfreizeiten oder Ständchen zu besonderen Anlässen. (bal)

Auf einen Blick
Was: Abendmusik mit anschließender Versammlung zur Gründung des Fördervereins Kirchenmusik St. Lambertus Kirchtimke e.V

Wann: Sonnabend, 11. September, 19 Uhr
Wo: St.-Lambertus-Kirche in Kirchtimke
Internet: www.kirchengemeinde-kirchtimke.de

 

2011: Ein Jubiläum - 25 Jahre Pastor in Kirchtimke

Ist das tatsächlich schon so lange her? Das Bild zeigt mich vor 25 Jahren.
Ich kann mich noch gut an meine Ordination am 15. Februar 1986 in unserer Kirche erinnern. Nach dem 2. theol. Examen begann damit zugleich meine pastorale Tätigkeit im Kirchspiel Kirchtimke. „Mindestens sieben bis zehn Jahre möchten wir gerne bleiben“, haben meine Frau Karola und ich damals gesagt. Nun ist daraus schon ein Vierteljahrhundert geworden und noch immer sind wir gerne in Kirchtimke.
Das hat natürlich auch etwas mit der Gemeinde und den Menschen hier zu tun - besonders mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Von Anfang an habe ich ein großes kirchliches Interesse und Engagement bei vielen vorgefunden und die Bereitschaft, Bewährtes fortzuführen und zugleich auch neue Wege zu gehen. Viele haben meinen Dienst unterstützt, ein großes Vertrauen ist gewachsen Dafür bin ich allen von Herzen dankbar!
In einem guten Sinn habe ich in unserer Gemeinde "lebendige Volkskirche" kennen gelernt. An vielen Punkten im Gemeindeleben verbinden sich hier immer wieder persönlicher Glaube und gemeinschaftlich gelebter Glaube. Mit Kreativität und Einsatz beteiligen sich viele Gemeindeglieder daran. Das macht mir und unserem Kirchenvorstand Mut in Zeiten von Stellenkürzungen und einem kleiner werdendem Finanzbudget. Ich bin dankbar, dass ich meinen Sachverstand, meine Arbeitskraft und meinen Glauben nach wie vor dazu einbringen kann.
In 25 Jahren hat sich natürlich auch viel verändert. Das Gute überwiegt für mich. Die Einführung des Lektoren– und Besuchsdienstes, der Konfirmandenarbeit im 4. Schuljahr unter Elternbeteiligung, Mini-Club, Frauenkreise, Kirchenchor, verschiedene erfolgreiche Baumaßnahmen an Kirche und Gemeindehaus usw. - die Liste kann noch fortgesetzt werden. Und immer noch ist der Gottesdienst für viele neben den Gruppen und Kreisen, den Chören, dem kirchlichen Unterricht, der Kinder– und Jugendarbeit und den Kasualien der wichtigste Ort, wo wir uns als Gemeinde Gottes erleben, seine das Leben stärkende und Gemeinschaft stiftende Nähe erfahren und feiern - auch mit "Gottesdiensten mal anders".
Ich möchte nach 25 Jahren Dienst im Kirchspiel Kirchtimke einfach nur allen Weggefährten ein großes DANKE sagen und wünsche mir zum Jubiläum wie vor 25 Jahren einen Nachmittagsgottesdienst mit anschließendem Kaffeetrinken im Gemeindehaus, ohne Grußworte und besondere Einladungen. Natürlich freue ich mich über bekannte Gesichter im Gottesdienst und beim Kaffee und wenn einige einen kurzen Gruß auf ein DIN A 5 Blatt schreiben, vielleicht mit besonderen Erinnerungen oder Begebenheiten. Daraus mache ich mir ein kleines Büchlein. Andere Geschenke möchte ich auf keinen Fall ! Wer mir darüber hinaus eine besondere Freude machen möchte, der werde bitte Fördermitglied im Förderkreis Ev.Jugend oder im Förderverein Kirchenmusik oder gebe eine Förderspende.