Ev.-luth. Kirchengemeinde Kirchtimke

Posaunenchor Kirchtimke

Posaunenchor Kirchtimke

Posaunenchor : Dienstags, 20 Uhr,
Leitung Ingo Müller Tel. 04283-8232

Zum Vergrößern: Foto anklicken.

 

Ingo Müller ist 25 Jahre Posaunenchorleiter

25-jährige Übergangslösung

HEPSTEDT/Kirchtimke. „Vorübergehend“ wollte Ingo Müller im Oktober 1985 das Chorleiter-Amt des Posaunenchors der Kirchengemeinde Kirchtimke übernehmen. Daraus sind jetzt 25 Jahre geworden. Ein Leben ohne Blechblasinstrumente kann er sich heute kaum vorstellen. Von Marlies Wellbrock

Ingo Müller hat schon als junger Mann Verantwortung übernommen und feiert jetzt sein 25-jähriges Jubiläum als Leiter des Posaunenchores der Kirchengemeinde Kirchtimke. Foto: maw

„Jeder, der kein Blechblasinstrument spielt, verpasst sehr viel“, sagt der 43-Jährige. Beim Spielen von Blechblasinstrumenten arbeite der ganze Körper. Man müsse Atmung, Lippen, Mundraum und Zunge kontrollieren, um die Töne zu treffen. Hinterher fühle man sich richtig gut. Im Vergleich zum Sport trainiere man nicht nur den Körper; das Musizieren sei auch eine geistige Herausforderung. „Musik ist eine kleine Kunst.“

Mit zehn Jahren wurde Ingo Müller an die Blasmusik herangeführt. Sein Vater war Mitglied im Posaunenchor und bildete damals die Anfänger aus. Fasziniert spielte Müller Trompete und absolvierte mit 17 Jahren eine Chorleiter-Ausbildung. „Ich war neugierig und da kann man sehr viel lernen.“

Zu der Zeit wusste er noch nicht, dass er nur wenige Monate später selbst den Chor leiten würde. Der Wegzug von Pastorenfrau Ursula Stuckenschmidt, die bis dahin als Chorleiterin fungiert hatte, stand bevor; es musste ein Nachfolger gefunden werden. Ingo Müller, 18-jährig, dachte: „Ich mache das mal vorübergehend bis zum Abitur.“ Sein Abitur hatte er kurze Zeit später in der Tasche, Anlass, übers „Aufhören“ nachzudenken, gab es jedoch keinen.

Mit Kindern ab etwa acht Jahren bis hin zu älteren Menschen – das älteste aktive Mitglied ist 81 Jahre alt – zu arbeiten, sei eine spannende Aufgabe. Auch die Ausbildung der Jungbläser bereite große Freude. Geduld und wortwörtlich ein langer Atem gehöre dazu, bis ein Bläser sich die Töne erarbeitet hat. Es sei schön mit anzusehen, wie Anfänger sich über Erfolge freuten. Aber auch die Freude, die Menschen zeigen, die etwa zum runden Geburtstag ein Ständchen erhalten, bewegt Müller. Das seien Momente, für die sich die Arbeit lohne. Langeweile gibt es im Chor nie, immer wieder werden neue Stücke eingeübt. Neben Chorälen auch Modernes. Wichtig sei eine gute Mischung, wobei die klassischen Stücke nicht verloren gehen dürften. „Die alte Musik ist ein Stück Kultur, das man weitergeben sollte.“ In den Schulen werde sie jedoch etwas stiefmütterlich behandelt. So liege ihm der Chor schon aus kultureller Verantwortung heraus am Herzen. Er sei ein gutes Forum, um musikalisches Wissen weiterzugeben.

Der Hepstedter hatte als junger Mann mit einem Theologiestudium geliebäugelt. Die Chance, direkt nach dem Abi den Beruf des Blechblasinstrumentenbauers bei Hans Kromat in Wilstedt zu erlernen, ließ er sich aber nicht entgehen. So dreht sich in seinem Leben vieles um die Musik, aber eben nicht alles. Immerhin ist Ingo Müller verheiratet und hat mit seiner Frau Petra, die übrigens die Begeisterung für Blechblasmusik teilt, drei Kinder.

„Ich bin ein ganz normaler Familienvater“, sagt Müller. Einer, der in der Freizeit gerne mit seinem 14-jährigen Sohn ins Weser-Stadion fährt – oder noch mehr musiziert. Schließlich ist er auch noch Mitglied der Bigband der Kreismusikschule.

Zum Thema
Ingo Müllers 25-jähriges Chorleiterjubiläum wird die Kirchengemeinde Kirchtimke im morgigen Erntedankgottesdienst würdigen. Man sei sehr dankbar „für das reiche Programm und die hohe Qualität seiner musikalischen Arbeit“, teilt Pastor Wolfgang Preibusch mit. Zudem wird Müller dann eine Ehrung des Posaunenwerkes der Landeskirche zuteil. Anschließend ist die Gemeinde zum Kirchkaffee eingeladen.

Zevener Zeitung Artikel vom 02.10.10 - 06:00 Uhr

 

Vierteljahrhundert für die Blasmusik

Seit 25 Jahren leitet der Instrumentenbauer Ingo Müller den Posaunenchor der Kirchengemeinde
- 02.10.2010 Wümme Zeitung

Von Sandra Binkenstein
Kirchtimke. 'Okay, ich mach das mal vorübergehend, bis ich das Abitur hab?', das hatte sich Ingo Müller gedacht, als er noch Schüler war. Im Alter von achtzehn Jahren übernahm er die Leitung des Posaunenchors. Sein Abitur hat er längst, und den Posaunenchor immer noch.
In seiner Freizeit ist der Familienvater Chorleiter, beruflich baut er selbst Blechblasinstrumente. Er sagt, das sei Zufall. 'Ich mach dann erst mal die Ausbildung und kann dann immer noch studieren', habe er sich gedacht, als er nach der Schule bei Hans Chromat in die Lehre ging. Müller ist dabei geblieben. Ob Zufall oder nicht, Blechblasinstrumente und Blechblasmusik sind der rote Faden in seinem Leben. Trotzdem sagt er Sätze wie: 'Im Mittelpunkt steht der Spaß, und Musik ist das Mittel zum Zweck.' Müller ist kein Mann der großen Worte, sein Fachgebiet sind große Töne. 'Jeder, der kein Blechblasinstrument spielt, der verpasst sehr viel', ist sich der Hepstedter sicher. Er beschreibt die Blechblasinstrumente als die Instrumentenfamilie, die der Musiker am meisten mit dem ganzen Körper spielen muss. Mit der Atmung kommt der Ton von innen, mit Lippen und Zunge wird er geformt, mit dem Gesicht interpretiert. 'Es ist ein sehr intensives Musizieren. Das ist schon eine kleine Kunst.'
Unterricht beim Vater
Schon sein Vater war als Mitglied des Posaunenchors mit dieser Kunst vertraut. Als Ingo Müller zehn Jahre alt war, hatte sein Vater gerade die Ausbildung der Anfängergruppe übernommen. Vom Vater lernte er das Posaunespielen, trat dem Chor bei und machte in seiner Jugend eine Ausbildung zum Chorleiter. Was dann kam, war alles nur Zufall, erklärt Müller, dessen Worte sich durch norddeutsche Schlichtheit auszeichnen. Von Ursula Stuckenschmidt, der Pastorenfrau, hatte er mit achtzehn Jahren den Chor übernommen. Während der Schulzeit absolvierte Müller ein Praktikum bei Hans Chromat. Im Wilstedter Instrumentenbauerbetrieb war Ingo Müller schließlich der zweite Auszubildende. Noch heute bildet Chromat Instrumentenbauer aus. Nach der Lehre hat der Meister seinen Lehrling übernommen. Seitdem dreht sich im Leben von Ingo Müller fast alles um Blechblasinstrumente. Auch seine drei Kinder treten schon in Papas Fußstapfen, spielen Trompete und Posaune.
Wenn ein Instrument etwas über den Charakter eines Menschen aussagt, dann sagen die Blechblasinstrumente: Ingo Müller hat einen langen Atem. Es ist schwer, einer Trompete oder einem Flügelhorn einen Ton zu entlocken, noch schwerer ist es, in einem Chor zu spielen. Müllers Kunst besteht darin, den Chor selbst zu leiten, Geduld und Ehrgeiz mitzubringen, um die 'Musikgruppe des Dorfes', wie er formuliert, fit zu machen für aufsehenerregende Konzerte.
Seit fünfundzwanzig Jahren trompetet Müller seine Musiker jede Woche zur Probe zusammen, belebt uralte Kirchenmusik wieder oder studiert mit seinen Bläsern zeitgenössische Stücke ein. Fragt man Müller, wie lange er noch Leiter des Posaunenchors sein möchte, erzählt er von seinen Aufgaben als Delegierter des Landesposaunenrates für den Sprengel Stade. Ab und zu habe er die Aufgabe, bei öffentlichen Anlässen verdiente Bläser zu ehren. Einmal habe er einen Bläser für siebzig Jahre Dienst im Posaunenchor und für fünfzig Jahre Leitung eines Chors geehrt. 'Da dachte ich dann: So lange machst du das ja doch noch nicht...'

Lange Tradition


Fast 140 Jahre Tradition im Posaunenchor

Im Jahr 1873 waren es einige Hepstedter, die sich überlegten, einen Posaunenchor zu gründen. Viele Gemeinden im Sprengel Stade wurden damals von der Herrmannsburger Erweckungsbewegung um Ludwig Harms erfasst.
Das Posaunenblasen sollte die jungen Männer der Dörfer zu einer Gemeinschaft zusammen führen, die sich ihrer missionarischen Aufgabe bewusst waren. Regelmäßige Missionsfeste wurden in diesem Zusammenhang eine Selbstverständlichkeit. Weitere Chöre wurden in Breddorf und Kirchtimke gegründet.
Heute gibt es nur noch den einen „Posaunenchor der Kirchengemeinde Kirchtimke“ unter der Leitung von Ingo Müller. Seit über 18 Jahren lenkt er sehr gut das Geschick des Chores.
Beim Kreisposaunenfest in Hepstedt am 23. August 2003 dankte der Kirchenvorstand für den Dienst der Bläserinnen und Bläser, für die schönen musikalischen Gottesdienste in unserer Kirche, die Konzerte, Ständchen, Einsätze im Krankenhaus usw.
Viele Gäste waren nach Hepstedt gekommen. Landesposaunenwart R. Gramm aus Stade leitete die Chöre, der Obmann des Ev. Posaunendienstes in Deutschland Holger Gehrke hielt die Festpredigt, Grußworte von Superintendent Janssen aus Osterholz-Scharmbeck, Hepstedts Bürgermeister Meuer und P. Dubbert, Obmann der Posaunenchöre im Kirchenkreis, brachten die besondere Freude über dieses Jubiläum zum Ausdruck. Pastor Preibusch grüßte neben den Chören des Bereiches Lilienthal und Osterholz besonders die angereisten Bläser aus der Partnergemeinde Böhlitz-Ehrenberg / Sachsen und die frühere Chorleiterin Ursel Stuckenschmidt. Besondere Höhepunkte waren der Auftritt der 6 Bläser mit Gehrock und Zylinder—wie es einst vor 137 Jahren begann— und dann der kleine Chor der Jungbläser.

Seit 25 Jahren leitet Ingo Müller den Chor.

 

Förderverein Kirchenmusik

1.9.2010 Pressemitteilung:

Johann Sebastian Bach zur Vereinsgründung für Kirchenmusik in Kirchtimke –

Vereinsgründung in der heißen Phase –

Am 11.September 2010 Abendmusik mit anschließender Vereinsgründung in der St. Lambertuskirche

Wie bereits berichtet möchte der Kirchenvorstand in Kirchtimke einen Förderverein für Kirchenmusik gründen. „Nach dem letzten Vorbereitungstreffen mit interessierten Gemeindegliedern und den Chorleitern Ingo Müller und Uwe Bettels stehen die Ampeln auf grün für die Vereinsgründung“, teilt Pastor Wolfgang Preibusch mit. „Wir sind jetzt in der heißen Phase und freuen uns auf unsere Abendmusik der Chöre mit anschließender Vereinsgründung.“ Musik von Johann Sebastian Bach wird die Vereinsgründung begleiten.
Am Samstag, 11.September 2010, ist es dann soweit. Im ersten Teil des Abends ab 19 Uhr werden Posaunenchor und Kirchenchor gemeinsam eine Abendmusik bestreiten. Beim Posaunenchor mit dabei sind sieben Jungbläser, die nach erfolgreicher Ausbildung nun das erste Mal mit dem gesamten Chor auftreten.

 

Auf dem Programm stehen Choralsätze von J.S.Bach: Die doppelchörige Bearbeitung über den Choral "Erhalt uns Herr bei deinem Wort" von Albert Becker (1834-1899) und drei moderne Stücke zeitgenössischer
Komponisten.
Die Kirchenmusik hat in der Kirchengemeinde Kirchtimke eine lange Tradition.
So gehört der Posaunenchor unter der Leitung von Ingo Müller zu den ältesten Chören der Landeskirche, vor bereits 137 Jahren gegründet. Vor fast 20 Jahren hat zum Jahresbeginn der Kirchenchor seine Arbeit aufgenommen, zunächst unter der Leitung von Bärbel Pirwitz; seit 10 Jahren leitet Uwe Bettels den Chor. Kurios: Alle Chorleiter sind oder waren einmal Hepstedter.

In der Kirchengemeinde Kirchtimke gibt es eine Vielzahl von kirchenmusikalischen Aktivitäten. Dazu gehören neben den Chorarbeit die Ständchen, Abendmusiken, Konzerte, erfolgreiche Nachwuchsausbildung, Chorfreizeiten u.a. mehr. „Damit dieses vielfältige Angebot auch bei knappen kirchlichen Kassen erhalten werden kann, benötigt die Kirchengemeinde nun Unterstützung“, sagt Pastor Preibusch. „So ist die Idee eines gemeinnützigen Fördervereines entstanden.“ Der Verein soll ins Vereinsregister als „e.V.“ eingetragen werden.

„Eine ausreichende Zahl von Gründungsmitgliedern ist gefunden und auch für die aktive Vorstandsarbeit stehen Personen bereit“, freut sich der Kirchtimker Seelsorger. Der Kirchenvorstand hofft nun, dass sich bereits bei der Abendmusik viele weitere Gründungsmitglieder finden, die diese wichtige musikalische Arbeit in der Kirchengemeinde unterstützen. Die Abendmusik beginnt um 19 Uhr. Etwa um 20 Uhr schließt sich die Gründungsversammlung an. Der Erlös der Abendmusik ist natürlich an diesem Abend für die zukünftigen Aufgaben des Fördervereines bestimmt. Die Kirchengemeinde lädt herzlich ein und hofft auf eine große Resonanz und eine gut gefüllte Kirche.