Ev.-luth. Kirchengemeinde Kirchtimke

Silberne Konfirmation 2011

Silberne Konfirmation 18.9.2011 in Kirchtimke

Silberne Konfirmanden treffen sich in Kirchtimke
Am Sonntag, dem 18.9.2011, gab es in Kirchtimke einen besonderen Festgottesdienst. Die ehemaligen Konfirmanden aus dem Jahrgang 1986 trafen sich zur Feier der Silbernen Konfirmation. Es war der erste Jahrgang, den Pastor Wolfgang Preibusch im Kirchspiel Kirchtimke konfirmierte. 35 Teilnehmer waren gekommen, nachdem die Kirchenvorsteher ihre Adressen ausfindig gemacht hatten. Der Kirchenchor unter der Leitung von Uwe Bettels gestaltete den Gottesdienst musikalisch aus. Nach einem gemeinsamen Mittagessen schloss sich ein gemütliches Beisammensein im Gemeindehaus bei Kaffee und Kuchen an. Jeder Silberne Konfirmand erhielt eine Erinnerungsurkunde und hatte Gelegenheit zum Erzählen. "Das war ein sehr schöner Tag", sagten die Teilnehmer am Schluss. "Gut, dass ich gekommen bin", ergänze ein ehemaliger Konfirmand. Einige verabredeten sich noch spontan für den Abend. Anderen hatte der Chor so gut gefallen, dass sie Lust zum Mitsingen bekommen haben. Die Silberne Konfirmation wird seit 1981 in Kirchtimke gefeiert, nunmehr also seit 30 Jahren.

mit den ehemaligen Konfirmanden von 1986

    Ein gelungener Tag: Das Treffen des ersten Konfirmandenjahrganges mit Pastor Wolfgang Preibusch in Kirchtimke von 1986 
     

Segen zur Jubelkonfirmation

Liebe Jubilare,

Gottes Schutz ist euch bei eurer Konfirmation zugesprochen und Gottes Geist ist für euch erbeten worden. Mit seiner Treue hat euch Gott bis zu diesem Tag begleitet. Ihr habt Liebe erfahren und Liebe gegeben.
Umwege hat Gott euch nicht erspart und euch manche Leiden zugemutet.
Vielleicht habt ihr gerade in schweren Stunden Gottes Nähe gespürt. Heute schaut ihr zurück auf diesen Lebensabschnitt, der hinter euch liegt.

In der Stille bedenken wir, was uns Gottes Treue bedeutet:

Stille

Jesus sagt:"Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben."

Der Segen Gottes, der euch bis heute begleitet hat,
bleibe bei euch alle Tage eures Lebens und gebe euch Kraft für den Weg, der vor euch liegt. Friede + sei mit euch.

Jubilare: "Amen
"

 

Predigt zur Silbernen Konfirmation 2011

13. So nach Trinitatis 18.9.2011 / Mk 3, 31-35

Liebe Silberne Konfirmanden, liebe Gemeinde,
kaum zu glauben, dass tatsächlich bereits 25 Jahre vergangen sind.
1986 bin ich im Februar nach Kirchtimke gekommen – und schon 10 Wochen später war Eure Konfirmation, liebe Jubilare. Damals hatten wir gerade noch Zeit auf Konfirmandenfreizeit nach Hollenstedt zu fahren und den Vorstellungsgottesdienst vorzubereiten.
Damals hatte ich mit Euch, liebe Silberne Konfirmanden, einen Kanon eingeübt: Dona nobis pacem. - Die Bitte an Gott: Gib uns Frieden.
Ihr hattet euch alle hier vorne aufgestellt – ich wollte anstimmen – und dann kam ich nicht auf den richtigen Ton. Könnt ihr euch erinnern? Sicher. Doch in der Gemeinde war ein Freund, der kam mir zu Hilfe und dann ging es schließlich. Heute ist der Kirchenchor da und wird das Lied nachher singen – und wenn ihr wollt, singt es mit.

Dass wir uns heute hier miteinander zum Gottesdienst versammelt haben, hat zum einen etwas mit dem Jubiläum zu tun, zum anderen damit, dass wir als Christen einen gemeinsamen Ort haben, wo wir uns unserer Gemeinschaft vergewissern können: in der Kirche Jesus Christi. Sie verbindet uns, egal wo wir wohnen, arbeiten und leben, sie verbindet Christen rund um unseren Globus. Das hängt mit der Geschichte zusammen, die für heute als Predigttext vorgeschlagen ist, Mk 3,31-35: Die Verse sind in der Lutherbibel mit der Überschrift versehen „Jesu wahre Verwandte“
31 Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen.
32 Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir.
33 Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder?
34 Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder!
35 Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

Noch einmal langsam: Jesus ist in einem Haus. Er sitzt da und ist umringt von Menschen. Draußen vor der Tür kommt seine Mutter Maria mit seinen Brüdern und seinen Schwestern. Tatsächlich. Er war kein Einzelkind. Die Geschwister schicken jemand ins Haus, um ihn zu rufen. Darauf machen ihn die, die im Haus sind, aufmerksam: Siehe, da draußen sind deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern. Sie fragen nach dir. Sie wollen etwas von dir.Wie reagiert Jesus darauf? Er geht nicht nach draußen zu den Seinen, sondern er stellt zunächst eine Frage:
Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Wir denken, das ist doch klar. Die, die draußen vor der Tür stehen, sind es! Er aber beantwortet die selber gestellte Frage ganz anders:
Er hebt seine Hand und deutet mit dem Finger auf die Menschen, die um ihn herum sitzen, schaut sie an und sagt: Seht, diese da sind meine Mutter und diese da sind meine Brüder. Also nicht draußen seine Mutter Maria und auch nicht seine leiblichen Geschwister, sondern die mit ihm drinnen im Haus sind, bezeichnet er als seine Angehörigen. Wie erstaunt werden alle gewesen sein. Wir können uns vorstellen, daß seine Mutter und seine Geschwister den Kopf geschüttelt haben und sich fragten: Wie kommt er dazu? Was meint Jesus, wenn er sagt: Nicht Maria und nicht meine Geschwister draußen, sondern die, die hier um mich sitzen, das ist meine Familie. Mit anderen Worten: Wer ihn in der Mitte hat, gehört zu ihm. Damals hat es Jesus so gesagt und heute gilt es noch ebenso auch für uns in diesem Gottesdienst. Denn Jesus Christus hat gesagt: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da hin ich mitten unter ihnen (Mt. 18,20). Er ist auch heute mitten unter uns. Er will mit uns reden durch die Lesungen und Predigten hindurch. So sind wir alle seine Familie, seine Schwestern und seine Brüder. Und darin wurdet ihr in der Konfirmation bestärkt, damals vor 25 Jahren und heute nun aufs Neue, 2011.
Damals waren die Menschen zu Jesus in das Haus gegangen. Heute sind wir hier in der Kirche zusammengekommen. Man muß sich schon öffnen und Jesus in die Mitte lassen, dann tritt er in Beziehung zu jedem Einzelnen. Darum haben wir ja das Christuskreuz über dem Altar, als sichtbares Zeichen dieser Mitte.
Wer draußen bleibt, auch wenn er Maria heißt, dem entgeht eine ganze Menge. Damals wollten Maria und seine Geschwister Jesus zurückholen in die Familie. Sie wollten wohl, daß er wieder ganz der Zimmermannssohn aus Nazareth ist. Sie meinten, dass er dahin gehöre. Sie verstehen jedenfalls nicht, daß er einen neuen, eigenen Weg mit Gott geht.
Damit die Hörer damals und wir heute Jesu Verhalten und sein Wort verstehen, fügt er, nachdem er auf die Menschen um sich gezeigt hat, ein weiteres, ein erklärendes Wort hinzu: Wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. Es ist auffällig: Vom Vater ist nicht die Rede. Bei dem Evangelisten Matthäus, der diese Geschichte auch erzählt, heißt es wohl nicht zufällig: ,,Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut ...,, Dadurch wird deutlich, wovon Jesus spricht: Er redet von der Familie Gottes, von der Familie, bei der Gott, der Vater im Himmel, der Vater ist. Damit sagt er zugleich: Mich hat Gott der Vater zu euch gesandt. Wer auf mein Wort hört, der hört meinen Vater, Gott. Wer mir begegnet, der begegnet Gott. Das ist das Geheimnis der Gemeinde in jedem Gottesdienst. Jesus Christus ist in der Mitte, und wir um ihn herum hören auf ihn.Damals machte Jesus den Anfang zu einer ganz neuen Familie, der Familie Gottes, zu der auch wir alle als seine Schwestern und seine Brüder gehören. Wir nennen uns alle nach ihm Christen. Wir tragen so seinen Namen. Wir sind hinein genommen in ,,die Gemeinschaft der Heiligen".Manche mögen denken: Eine eigenartige Familie! Da habt ihr recht. Zur Familie Gottes gehören Arme und Reiche, Kranke und Gesunde, Junge und Alte, Einheimische und Ausländer, Fromme und weniger Fromme, Kirchgänger und Menschen, die selten zum Gottesdienst kommen. Auch wir sind eine ganz gemischte Gesellschaft. Nur eines ist anders geworden seit den Worten Jesu damals: Die Familie Gottes ist enorm gewachsen. Es ist nun eine weltweite Familie in allen Kontinenten dieser Erde. Alle Unterschiede, ob Mann oder Frau, ob Europäer oder Afrikaner, sind zweitrangig. Zu dieser Familie hat jeder Zugang. Hier haben alle ein Zuhause bei Gott und bei den Menschen zugleich. Denn die Gemeinde Jesu ist für uns ein Zuhause jetzt und für alle Zeit.
Christus macht uns zu Schwesstern und Brüdern - unsere Aufgabe ist es, das auch mit Leben zu füllen. Zum Beispiel auch, dass wir im Frieden miteinander umgehen – wie wir es damals mit etwas Mühe gesungen haben: Dona nobis pacem. Gib uns Frieden. Daß wir in Christus alle zu der einen weltweiten Familie Gottes gehören, das ist doch eine großartige Sache. Es ist der eine Geist, der heilige Geist, der uns in der großen Familie Gottes über alle Unterschiede hinweg miteinander verbindet. Das sichtbare Zeichen dafür ist die Taufe. Und dass wir uns in Jesu Namen versammeln und als Brüder und Schwestern leben. Lieben. Füreinander da sind. Um Frieden bitten und ihn selbst üben.

Liebe Silberne Konfirmanden, liebe Gemeinde, darauf werden wir heute miteinander aufs Neue gewiesen mit den Worten Jesu aus dem Markusevangelium: „Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne, in Christus Jesus, unserem Herrn. Amen.