Am Ende umso mehr Applaus
Kirchtimke. Wenn die Weihnachtszeit schon bis zum Januar dauert, dann kann man auch nach den Weihnachtsfeiertagen noch Weihnachtsmusik spielen. Nach diesem Motto veranstaltete die Kirchengemeinde Kirchtimke am Mittwochabend ein Konzert in der Lambertus-Kirche. Posaunenchor-Leiter Ingo Müller und sein Sohn Jakob Müller sowie Kantorin Dorothea Dreessen spielten dort Klassiker berühmter und weniger berühmter Komponisten. Am Ende gab es Jubelrufe und eine Zugabe.
Ein gelungenes Konzert lebt davon, dass der Funke von den Musizierenden überspringt auf die Zuhörer, die dann am Ende des Stückes gerne entsprechend laut und lange applaudieren. Was aber, wenn die Musiker an die Orgel gebunden auf der Empore spielen und das Publikum sie gar nicht sehen kann? Dann wird‘s besonders – so wie in Kirchtimke.
Ins Sichtfeld der Zuhörer in der fast vollen Kirche trat allein Pastor Wolfgang Preibusch, um sie zu begrüßen und aufzufordern, die Musiker mit einem Applaus zu empfangen und bei den Chorälen fleißig mitzusingen.
Dann erklangen Orgel und Trompeten mit der festlichen „Trumpet Tune“ von Henry Purcell von der Empore herab. Das Publikum hörte aufmerksam zu, gab sich weihnachtlicher Besinnlichkeit hin – und vergaß das Klatschen. So auch beim folgenden Stück, dem Präludium in D von Dietrich Buxtehude, das allein von der Orgel vorgetragen wurde.
Erst noch zaghaft, dann immer lauter stimmten die Besucher bei den Chorälen mit ein. „Inmitten der Nacht“, „Als ich bei meinen Schafen wacht“ oder „Ich steh an deiner Krippen hier“ waren die ersten Gelegenheiten zum Mitsingen. Als jedoch „Ihr Kinderlein kommet“ und „Vom Himmel hoch“ an der Reihe waren, wurde der Gesang immer kräftiger.
Dazwischen stimmten die Musiker auf der Empore festliche weihnachtliche Stücke wie „Bereit dich, Zion“ für Flügelhorn und Basso continuo aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach oder die Sonata in B-Dur für zwei Trompeten und Orgel von Arcangelo Corelli an.
Mit „Gelobet seist du, Jesu Christ“ von Johann Sebastian Bach sowie der „Pastorale“ von Domenico Zipoli hatte Dorothea Dreessen mit der Orgel das Publikum für sich alleine. Aber mit der Sonate für Trompete und Basso continuo von Pietro Baldessari stimmten auch Ingo und Jakob Müller mit ihren Trompeten wieder mit ein, die zum Abschluss beim „Trumpet Voluntary“ von John Stanley hell und festlich mit der Orgel in Dialog traten.
Jubelrufe und stürmischer Applaus waren der Lohn, als die drei Musiker nach dem Konzert vor das Publikum traten. „Offensichtlich hat es Ihnen gefallen. Dann fangen wir noch einmal von vorne an“, scherzte ein erfreuter Ingo Müller, woraufhin die drei Musiker eilig wieder auf die Empore stiegen und noch eine Zugabe spielten. Dann stimmten die Akteure „O du Fröhliche“ an, und alle sangen mit.
Anschließend wünschte Pastor Wolfgang Preibusch einen guten Heimweg, einen guten Start ins neue Jahr und bat um eine Spende für den Kirchtimker Förderverein für die Kirchenmusik. (rsk)
Zum Thema
Der Förderverein Kirchenmusik St. Lambertus Kirchtimke wurde im September 2010 gegründet. Er soll Mittel einwerben, um so die musikalische Arbeit der Kirchengemeinde dauerhaft zu sichern. Vorsitzender ist Wilhelm Schwiering. Die nächste Mitgliederversammlung des Vereins findet am Dienstag, 7. Februar, ab 20 Uhr im Gemeindehaus statt. Dazu sind neben den Mitgliedern auch interessierte Gemeindeglieder eingeladen.
Artikel vom 30.12.11 Zevener Zeitung
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28.12.2011 - Konzert für zwei Trompeten und Orgel
Weihnachtskonzert für zwei Trompeten und Orgel
Mittwoch, 28. Dezember 2011
20 Uhr Lambertuskirche
Ausführende: Ingo Müller und Jakob Müller (Trompete) und
Dorothea Dreessen (Orgel)
Sonntag 6.November 2011
Wenn zwei Chöre auftrumpfen
Ingo Müller spielt mit seinem Flügelhorn gemeinsam mit Uwe Bettels am E-Klavier ein Stück von Johann Sebastian Bach.
KIRCHTIMKE. Die Bemühungen des Fördervereins für Kirchenmusik kommen den Liebhabern dieser Musikrichtung gleich zweifach zugute. Zum einen wird durch die Aktionen ein Beitrag zum Erhalt der Kirchenmusik geleistet, zum anderen kommen die Musik-Freunde einmal mehr in den Genuss, eines der Konzerte zu besuchen. So etwa auch am Sonntag, als Posaunenchor und Kirchenchor mit abwechslungsreicher Musik sowie Pastor Wolfgang Preibusch mit zwei kurzen Lesungen in der Lambertuskirche für Unterhaltung sorgten. Von Marlies wellbrock
Ein sehr vielfältiges Programm mit Stücken, die sich durch alle Musikstile und durch fast die ganze Musikgeschichte ziehen, hatte Posaunenchorleiter Ingo Müller in seiner Begrüßung angekündigt.
So präsentierte der Kirchenchor etwa mit „Wo ein Mensch Vertrauen gibt“ ein Lied aus dem Jahre 1975 von Hans-Jürgen Netz. Insbesondere auch die Solo-Partien mehrerer Chormitglieder verliehen dem Werk etwas Besonderes. Außergewöhnlich auch das israelische Lied „Hevenu shalom alechem“, das in seinem Verlauf an Tempo gewann und mit einem „Hey“ von den Sängern beendet wurde. Mit einer Motette für fünf Stimmen „Also hat Gott die Welt geliebt“ stellte der Posaunenchor sein Können unter Beweis. Aber auch mit etwa „Fünf Tänze der Renaissance“ von Tylman Susato oder „Befiehl du deine Wege“ einmal als Choralsatz von Johann Sebastian Bach und einmal als Popfantasie von Dieter Wendel gespielt, gewährte der Posaunenchor einen Einblick in das umfassende Repertoire.
Noch gewaltiger musizierten und sangen beide Chöre gemeinsam in Orgelbegleitung das „Halleluja“ von Michael Prätorius. Ebenfalls gemeinsam präsentierten auch die Chorleiter Ingo Müller mit dem Flügelhorn und Uwe Bettels am E-Klavier das Werk „Wachet auf ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach. Die Anfänger, die eigentlich laut Ingo Müller nach mehr als einem Jahr keine Anfänger mehr sind, spielten mehrstimmig den Bläsermarsch und „He‘s got the whole world in his hand“.
Pastor Preibusch philosophiert
Zwischen den musikalischen Beiträgen trug auch Pastor Preibusch zum Gelingen des abwechslungsreichen Programms bei. So philosophierte er etwa über die Vielzahl der Lieder, von denen einige eine Sehnsucht nach Glauben, Hoffnung und Liebe in den Menschen anrühren.
„In diesem Konzert erfahren wir es mehr als deutlich, welcher Reichtum an Musik uns zur Verfügung steht.“ Informativ auch Fakten zum Gesangbuch, wonach etwa in die jüngste Ausgabe nach Prüfung von mehr als 3000 Liedern nur 95 neue aufgenommen wurden.
Aus einem Brief von Dietrich Bonhoeffer, den er kurz vor Kriegsende nach fast zweijähriger Gefangenschaft an seine Mutter richtete, las Preibusch vor. Das nächste bekannte Schriftstück des im Jahre 1945 verstorbenen Theologen ist das Gedicht „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, das bereits vielfach vertont wurde. Mucksmäuschenstill war es in der Kirche, als Uwe Bettels seine Choralimprovisation zu diesem Gedicht solo auf dem E-Klavier vortrug. Um so lauter fiel der anschließende Beifall aus.
Auch das Applaudieren zwischen den Stücken ließ darauf schließen, dass es den Leuten gefiel. Vielleicht lag es auch daran, dass die Sitzplätze in der Kirche gut gefüllt waren, was auch Ingo Müller bereits in der Begrüßung positiv erwähnte. „Das motiviert uns und ich kann versprechen, dass wir dann doppelt so gut spielen.“
Artikel vom 08.11.11 Zevener Zeitung
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Ein paar Fotos vom Konzert am 6. 11.2011 |

















