Gründung der Pfarre

In einem alten Kirchenbuch von 1784 heißt es : "Von der Gründung der Pfarre sind keine Nachrichten vorhanden. Nur von den Predigern, die nach der Reformation an der Kirche gestanden, findet sich in einem alten Kirchenbuche eine Series der hiesigen Pastoren von dem sel. (d.h. verstorbenen) Pastor Bövingh, so gut er es glaubwürdig hat erfahren können,verfertigt".
"Neuere Forschungen allerdings haben so viel ergeben, daß die Pfarrstelle Kirchtimke in der Zeit vor der Reformation von der St. Johanniskirche in Verden/ Aller besetzt worden ist", schreibt der frühere Gemeindepastor i.R. Dieter Stuckenschmidt.

Wann die Reformation in unserer Gemeinde durchgeführt wurde, kann man nicht genau sagen. Kirchtimke gehörte damals zum Erzbistum Verden-Bremen. Hier fanden die reformatorischen Gedanken wahrscheinlich von Lüneburg aus Eingang und bewirkten eine allmähliche Umwandlung des Kirchwesens. Spätestens 1555 war Kirchtimke evangelisch (solange konnte sich der Erzbischof von Verden gegen die Reformation wehren), wahrscheinlich aber 10 oder 20 Jahre früher.

Zum Namen Kirchtimke

Kirchtimke hieß in alter Zeit nur "Tymbeke". Seit etwa 1750 schreibt man "Kirch"timke. Allerdings noch vor gut 90 Jahren schrieb man "Kirchtimbke". Auf alten Urkunden lautet der Name "Timbike". Es wurde auch schon die Meinung vertreten, in der Silbe "tym" sei das germanische Wort "Thiu" enthalten, ein Wortstamm, der auf einen germanischen Gott deutet. Dem "Thiu" waren die germanischen Männerversammlungen (Gerichts- und Rats-VerSammlungen) geweiht, die "Thing's". Und "Beeke" deutet dann "Bake"="Hügel". Also etwa:"Die den Göttern geweihte Versammlungsstätte auf dem Hügel." Pastor Scheele fasste das Ergebnis zu seiner Zeit so zusammen: "Jedenfalls hat die Eigentümlichkeit dieses Geländes schon in alten Zeiten zur Gründung eines Ortes geführt."

In neuer Zeit haben Udolphs Fakten und Recherchen von NDR.de fogendes ergeben:
"Timke ist ein alter Gewässername, er enthält "-beke" ("Bach"), heute Westertimker Beek. Für den ersten Teil kann man von "Tin-" oder "Tim-" ausgehen; da dahinter ein "-b-" folgt, ist es wahrscheinlicher, dass von älterem "Tin-beke" auszugehen ist. Grundlage dürfte eine germanische Sippe sein. "Tine, tina" bedeutet "schmelzen, schlamm"." Ein Namensgutachten hat in letzter Zeit diese Deutung bestätigt.

Historische Dinge

Einige Stücke aus der ersten Kirche vor 1739 in Kirchtimke gibt es noch. Dazu zählt das Kruzifix, der Taufstein und neben einem alten Opferstock auch eine alte Osiander-Bibel von 1650. Im Jahr zuvor wurden die ersten Osianderbibeln für 8 1/2 Reichstaler verkauft. Jedenfalls wird sie im Pfarrarchiv als eines der ältesten Stücke geführt. Durch einen Brand des Pfarrhauses sind andere frühere Stücke verloren.
Ein wahrlich kostbarer Schatz, der ein streng behütetes Dasein im Archiv der Kirchengemeinde fristet. Ebenfalls nicht alle Tage zu sehen ist der alte Opferstock, der, wie die Bibel, deutliche Gebrauchsspuren aufweist. Über die Jahrhunderte gelitten haben nicht nur das Holz, sondern auch die eisernen Beschläge, mit denen das Fach für die Münzen einst gesichert wurde. Die alte Taufschale von 1685 existiert ebenfalls noch, samt Tonfuß eines Kirchtimker Töpfers aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Beim 275 j. Kirchjubiläum im Jahre 2014 waren die Stücke in der Kirche ausgestellt. In Zukunft soll eventuell eine Vitrine aufgestellt werden.

Was noch vorhanden ist:
Osiander- Bibel von 1650
Taufschale von 1685
Tauf-Fuß (getöpfert aus Kirchtimke) von 1749
Opferstock (vor 1739), 12./13.Jahrhundert ?
Taufsteindeckel von 1739
Steffensche Stuhl von 1739
Leuchter, Silber, vor 1739?
Alte Klingelbeutel mit Glocke (von 1739?)
Katechismus von 1790
Altes Krankenabendmahlsgeschirr
Alte Tafel für Lieder
Altes Wachssiegel
Verschiedene Predigts- und Gebetsbücher
dazu alte Bilder, Schriften u.a.m.

Kleine Chronik

1148
Zum ersten Male taucht der Name in einer alten Urkunde auf, in der berichtet wird, daß Bischof THIETMAR VON VERDEN dem Domkapitel (ständige Versammlung von geistlichen Würdenträgern) den Zehnten aus mehreren Dörfern schenkt, darunter auch aus "TIMBIKE".

1397
Im Hause des Hinrich Hunrekamp zu Stade macht Domprobst Johann Monik aus Bremen ein Testament. Er vermacht dem Kloster Zeven alles, was er zum Nutzen des Klosters erworben hat. Unter den Zeugen wird genannt:"HINRICH VON DOVERDEN, VERWALTER DER KIRCHE IN TYMBEKE."

1458
Ein LIPPOLD VON DER HELLE verkauft an das Kloster Zeven den freien Hof in "BREPTORPE" im Kirchspiel "Tymbeke".

1503
Das Schloß Ottersberg besaß ein Gut in "HEPSTEDE" im Gebiet der Grafschaft Ottersberg im Kirchspiel "Tymbeke". Domprobst Franz Gramke (in Verden?) kaufte das genannte Gut von der Grafschaft Ottersberg, indem er dem Drosten von U; Ottersberg, Hermann von Mandelsloh, 300 Rhei--^-j nische Gulden gab. Er verkaufte es zum gleichen °: : Preis weiter an Martin von Heinborg. Das genannte Gut in Hepstede wurde damals bebaut von:
Johann Otken, Hermann und Heinrich Kaders, Titke Schröder, Hermann Schröder, Gerke, Titke und Klawes(Klaus) Brenniges und Gertke Titke. Die Urkunde wurde unterzeichnet von Erzbischof JOHANN (wahrscheinlich in Bremen) und HERMANN VON MANDESLOH.

Kleine Chronik

1516
Ein Hof in "BRETTORPE" im Kirchspiel wird als freier Hof anerkannt.

1638
Anbringung der Glocke im Turm.

1730
S.So.n.Trinitatis: Dreitägiges Jubelfest anlässlich der Übergabe der 'Augsburger Confession 1530".

1733
das alte Pfarrhaus abgebrannt

1734
Bau des Pfarrhauses (1970 abgerissen)

1739
Abbruch der alten und Bau der neuen Kirche.

1777
Bau der Sakristei und Reparaturen in der Kirche.

1834
Bau der ersten'Orgel in der Kirche (Tappe).

1873
Gründung des Posaunenchores in Hepstedt

1876
Anlegung des Anbaufriedhofes in Breddorf.

1877
Anlegung des neuen Friedhofes in Kirchtimke.
I.Oktober: Umpfarrung der Dorfschaft Steinfeld von Sottrum nach Kirchtimke.

1884
Bau des neuen Turmes, Abriß des Rundturmes.

1897
Bau des neuen Organistenhauses (jetziges Gemeindehaus).

1911
1.Juli: Umpfarrung eines Teiles des Breddorfer Moores von Kirchtimke nach Hüttenbusch.
27. August: Posaunenfest in Kirchtimke.(1912 in Hepstedt und 1913 in Breddorf: drei Chöre!)

1920
elektrische Lichtanlage im Pfarrhaus und Organistenhaus.

1926
Beschaffung der zweiten Glocke (Otto.Hemelingen)

1930
Aufstellung der zweiten Orgel (Faber und Diener in Salzhemmendorf).

1933
11.November: Lutherfest (450. Geburtstag Luthers).

1945
27.April: Kirchtimke wird von den Engländern eingenommen und gerät unter deutschen Beschuss, 16 Gebäude gehen in Flammen auf, der Kirchturm wird von Granaten getroffen.

1953
Bau des neuen Pfarrhauses, z.T. finanziert aus Erlösen des Kirchwaldes

1970
Abriß des alten Pfarrhauses (1734 erbaut)

1974
Umbau der Schule (altes Küsterhaus) in Kirchtimke zum Gemeindehaus nach Zentralisierung der Schulen in Tarmstedt

1986
Dienstbeginn von Wolfgang Preibusch als Pastor in Kirchtimke
Visitation mit Sup. Gerhard auf dem Brinke

1987
Zweijähriger Bibelkurs

1988
Ausbau von Jugendräumen im Dachgeschoss des Gemeindehauses
Start des Lektorendienstes
Beginn der Besuchsdienstarbeit mit einem Einführungskurs

1989
Festwoche und 250-Jahr-Feier zum Kirchbaujubiläum der St. Lambertuskirche Kirchtimke

1992
Gemeindeversammlung zu "Neuen Wegen in der Konfirmandenarbeit"
Einsetzung einer Planungsgruppe zur Reform der Konfirmandenarbeit in Kirchtimke
Einführung von Eltern-Kindgruppen im Gemeindehaus
Visitation mit Sup. Gerhard aud dem Brinke

1993
Gemeindeversammlung und KV-Beschluß zur Einführung der Konfirmandenarbeit mit Kindern
Umstellung der Konfirmandenarbeit auf den Beginn im 4.Schuljahr
Gründung eines Kirchenchores

1996
Ausbau und Einweihung von Eltern-Kind-Räumen im Gemeindehaus / Dachgeschoß
28.1.1996: Erster Gottesdienst in Breddorf als "Kirche im Dorf"

1997
Start der "Gottesdienste mal anders" am Abend mit Anspiel, Cafè und modernen Liedern im Gemeindehaus.
Einführung eines Gemeindebriefes neben dem "Heimatboten".
Start der Winterkirche als "Aktion Kirche im Dorf" in allen Kapellen des Kirchspiels

1998
Start der ökumenischen Bibelwoche in der Samtgemeinde
Beginn der Einschulungsgottesdienste in Tarmstedt
September: 125jähriges Bestehen des Posaunenchores, Serenade September

1999
Außenrenovierung der Kirche, Umbau der Sakristei und der Gedenkstätte
Gottesdienst auf dem Sportplatz des TSV-Timke zum 50j. Jubiläum

2000
20.Mai: „Kirche im Dorf", Aktionstag in Hepstedt (Neubaugebiet). In der Zeitung steht: „Kirche geht in die Offensive"

2003
Kreisposaunenfest in Hepstedt

2004
1000 Jahrfeier Hepstedts mit Zeltgottesdienst und Gästen aus ländlichen Gemeinden Europas, über 500 Besucher

2005
Visitation mit Sup. Jutta Rühlemann, OHZ

2007
10 Jahre Winterkirche als "Aktion Kirche im Dorf" in allen Kapellen des Kirchspiels
Verstärkte Zusammenarbeit der Kirchengemeinden Wilstedt und Kirchtimke als "Kirche in der Region"

2008
Kirchrenovierung St. Lambertus-Kirche von innen (Heizung, Beleuchtung, Anstrich)
15 Jahre Konfirmandenarbeit mit Kindern und Elternbegleitung
Lektorenkurs mit Einführung von 15 Lektorinnen/Lektoren in der Region
Erweiterung des Besuchsdienstes / neuer Kurs
Einführung der "Sommerkirche" als Regionalgottesdienste in einer der drei Kirchen

2009
Neugestaltung der Grünanlage beim Gemeindehaus
Einrichtung eines Kinder- und Jugendausschusses in der Region
befristete Diakonenstelle für Kinder- und Jugendarbeit mit Wilstedt besetzt
Einsegnung von Diakonin Sonja Winterhoff
Partnerschaftsbesuch aus Südafrika / Polokwane
Gottesdienst auf dem Sportplatz des TSV-Timke zum 60j. Jubiläum

2010
Jubiläum der Partnergemeinde Böhlitz-Ehrenberg in Sachsen
Teilnahme am Projekt der Landeskirche "Attraktive Gemeinde"
Förderverein Kirchenmusik St. Lamberus Kirchtimke e.V. wird gegründet
25 Jahre Posaunenchorleitung durch Ingo Müller.

2011
"Feierabend" - ein neues Format: ein Abend von Frauen für Frauen in der Samtgemeinde als regionales Angebot
15.Februar: 25 j. Dienstjubiläum von Pastor Wolfgang Preibusch in Kirchtimke

2012
Kirchenvorstandswahl: Wahlbeteiligung 26 % bei 7 Kandidaten.
Weitere Energie- und Wärmeschutzmaßnahmen beim Gemeindehaus und Pfarrhaus (Brennwert-Heizung).
Nutzung von Fernwärme für das Gemeindehaus.
15 Jahre "Gottesdienste mal anders".
20 Jahre Eltern-Kind-Gruppen im Gemeindehaus.
"Männerfrühstück" - ein neues Format: ein Angebot für Männer in der Samtgemeinde als regionales Angebot.
Begehung der kirchlichen Ländereien durch den Kirchenvorstand.
Visitation mit Superintendentin Jutta Rühlemann.
Tauffest zum 50-jährigen Jubiläum des Freibades Kirchtimke.

2013
75j. Jubiläum des Kindergottesdienstes, im Juni gefeiert.
Ehrung von Anke Husmann für 25 Jahre Kirchenvorstandszugehörigkeit.
20 Jahre Konfirmandenarbeit mit Kindern unter Elternbeteiligung.
Verabschiedung von Diakonin Sonja Winterhoff;
neue 1/3 Stelle für Kinder- und Jugendarbeit in der Region.
8.9.2013: Gottesdienst mit Taufe im Heimathaus Breddorf zum 777j. Dorfjubiläum.
Vikariat von Mareike Hinrichsen-Mohr.
Giebelsanierung (Westseite) beim Gemeindehaus.
Instandhaltungsarbeiten am Pfarrhaus (Schornsteinkopf, Eingangspodest, Kellertreppe).
Erneuerung der Gasthermen bei der Kirche.

2014
275 Jahre Kirchbau St. Lambertuskirche, Festtage zu Pfingsten mit historischer Ausstellung.
Erneuerung der Türen beim Gemeindehaus unter Beibehaltung des bisherigen Stils.
Schieferabdeckung des Schornsteins vom Gemeindehaus.
Weiterbeschäftigung von Herta Müller als Küsterin, Vertretung Florian Müller.

2015
Bonhoeffer-Tage in der Samtgemeinde.
1000 Jahre Leipzig - Besuch in der Partnergemeinde.
Sanierung des Parkplatzes beim Gemeindehaus und neue Verlegung des Plattenweges zum Gemeindehaus.
Pflasterung des letzten Stückes der Auffahrt zum Pfarrhaus.
5 Jahre Förderverein Kirchenmusik St. Lambertus-Kirchtimke (ca. 70 Mitglieder).
30 Jahre Posaunenchorleitung durch Ingo Müller.
Rückbau des Spielplatzes beim Gemeindehaus.
Umbau Eingangsbereich und Beleuchtung Flure.
Aufwendige Überarbeitung der Orgel.
Umstellung des Kindergottesdienstes auf monatliche Treffen.

2016
Schließung der Gemeindebücherei, zuletzt ausschließlich Bedienung der Kindergärten mit Kinderbüchern.
15.Februar: 30-jähriges Dienstjubiläum von Pastor Preibusch: "Breddorfer Bischofsstab"
Umzug des Gemeindebüros vom Pfarrhaus in das Gemeindehaus (ehemalige Bücherei).
Verabschiedung von Angelika Gehlken aus dem Dienst für das Gemeindehaus und Anstellung von Melanie Tibke als Raumpflegerin.
Verabschiedung von Aaron Bettels als Organisten.
5 Jahre "Feierabend", ein Abend von Frauen für Frauen in der Region.
Energiemaßnahmen beim Pfarrhaus: Austausch von sechs Fenstern.
Erneuerung der Beleuchtung bei der Kirche Zuweg Parkplatz.
Gottesdienst im Heimathaus Breddorf am 1.Sonntag im November.
Start der Aktion "Lebendiger Adventskalender".

2017
Anstellung von Barbara Carlin als Organistin.
20 Jahre Winterkirche als Aktion "Kirche im Dorf" in allen Kapellen des Kirchspiels
5 Jahre Männerfrühstück in der Region.
20 Jahre "Gottesdienste mal anders" mit dem Denkste-Team.
25 Jahre Eltern-Kind-Gruppen im Gemeindehaus.
Zahlreiche Veranstaltungen zum 500. Reformationsjubiläum in der Region.
Vertretungsdienst von Andrea Rugen beim Gemeindehaus (Außenanlagen).
Erneuerung der Außenbeleuchtung beim Gemeindehaus.
Vikariat von Robert Brühl.

2018
Abschluss der Gemeindeberatung in der Region (2016-2017).
Kirchenvorstandswahl: Wahlbeteiligung 42 % bei 9 Kandidaten und allgemeiner Briefwahl.
25 Jahre vorgezogene Konfirmandenarbeit mit Kindern unter Elternbeteiligung.
Tauffest mit Quellwasser beim Freibad Kirchtimke mit 10 Taufen.
10 Jahre "Sommerkirche" mit Regionalgottesdiensten in einer der drei Kirchen.
Einsetzung eines Gemeindebeirates.

2019

Visitation in der Region mit Sup. Jutta Rühlemann (Pfingsmontag Gottesdienst dazu).
Vereinbarung zur Zusammenarbeit in der Region aktualisiert.
Planung eines neuen Pfarrhauses.
Neue gemeinsame Festgottesdienste und Themengottesdienste in der Region.
Tauffest mit Quellwasser beim Freibad Kirchtimke.
Verabschiedung von Diakon Heino Meyer nach 40 Dienstjahren.
Verabschiedung von Diakonin Sonja Winterhoff nach 10 Dienstjahren.      Anstellung von Andrea Rugen in der Küsterei.

2020

Wegen der Corona-Pandemie ab März starke Einschränkungen bei Gemeindearbeit und Gottesdienst; Verschiebung der Konfirmationen auf den Herbst (20.September) und Absage der Jubelkonfirmationen. Zu Weihnachten sechs Gottesdienste am Heiligabend mit insgesamt 140 Besucher*innen (gut ein Zehntel des normalen Besuches).

Weitere Bauplanung eines neuen Pfarrhauses auf dem bisherigen Grundstück und Verkauf des bisherigen Pfarrhauses samt angrenzender Waldflächen.

2021

Durch die Corona-Pandemie weiterhin starke Einschränkungen bei Gemeindearbeit und Gottesdienst.

Ruhestand des langjährigen Ortspastoren und Verabschiedung am 2.Mai 2021.

Neubesetzung der Pfarrstelle zum 1.7.2021.

Verabschiedung der langjährigen Küsterin Herta Müller zu Pfingsten und Neubesetzung der Küsterstelle mit Andrea Rugen zum 1.Juni 2021

Baugenehmigung für das neue Pfarrhaus und Baubeginn.

Alle Angaben ohne Gewähr

Liste der Pastoren in Kirchtimke (von Pastor Bövingh zuerst bis zu seiner Zeit zusammen gestellt, von Pastor Küster später vervollständigt):

1. Wasmuth (vielleicht auch erst nach Docius hier Pastor)

2. Jacob Docius,"der 1603 hieselbst nach der Inschrift auf der Glocke befindlich, muß eingeführet worden sein."

3. Daniel Koser, 1650-1652, später Pastor in Stotel.

4. Christian Drosemann, 1653-1689(1690), hier gestorben. Wie die Akten erkennen lassen , wirkte er noch gleichermaßen als Bauer wie als Pastor. Er ist wohl noch selbst hinter dem Pfluge gegangen. Den Schalldeckel der Kanzel in der alten Kirche hatte er gestiftet.

5. Friedrich August Wissing, 1691-1696, hier gestorben.

6. Andreas Hinrich Berghauer, 1696-1703, geb. in Reddeber bei Halberstadt, später Pastor in Ochsenwerder; von ihm wird berichtet, daß er die Bibeln eingeführt habe.

7. Detlef Junge, 1704-1714, hier gestorben.

8. Johann Georg Bövingh, 1714-1728, geb. in Hattingen, Westfalen. "Er war anfänglich dänischer Missionar in Ostindien, besonders bey den Malabaren und Gentoos auf Coromandeln und Bengalen. Bey seiner Rückkunft aus Ostindien ward er von den Dänen, die sich des Herzogthums Bremen ermächtigt hatten, hierher berufen." Im Jahre 1717 (200 Jahre nach dem Thesenanschlag) wurde ein mehrtägiges ReformationsJubelfest gefeiert. Er ist hier im Alter von 51 Jahren verstorben.

9. Hinrich Christian Majohl, 1728-1751, vorher Pastor in Belum. Sein Name ist mit dem Bau des Pfarrhauses 1734 und der Kirche 1739 verbunden (die Balkeninschrift ist nun beim Gemeindehaus über dem Eingang zu sehen); hier verstorben.

10. Hinrich Mushard, 1752-1758, vorher Pastor in Khedingbruch; hier verstorben.

11. Johann Jacob Rolffs, 1759-1762, vorher Pastor in Lamstedt, gebürtig aus Ahausen, hier verstorben.

12. a) Johann Christoph Pfannkuche, 1763-1805, geb. in Beverstedt."Während seines Hierseyns ist das neue Gesangbuch 1790 und auch der neue Landescatechismus eingeführt worden." Hier gestorben.
b) Jacob Nicolaus Scharlacken, 1799-1806, als Amtshilfe für P.Pfannkuche, "weil dieser alt und schwach war."

13.Johann Friedrich Mehne, 1806-1823, vorher Pastor in Kirchwalsede, hier verstorben.

14.Johann Hermann Wolff, 1824-1834, vorher Pastor in Horneburg, später in Grasberg.

15. Anton Ernst Neinhard Brandt, 1834-1868, geb. in Stade, hier verstorben, das Grabkreuz ist am Turm (Südseite) zu sehen.

 

16. Otto Viktor Lübs, 1869-1889, vorher Pastor in Dorum, später in Geversdorf. Sein Name ist mit dem Abriß des runden Feldsteinturmes verbunden und dem Neubau des Kirchturms im Jahre 1884.

17. Eduard Louis Ocker, 1889-1902, geb. am 8.10.1860 in Wilstedt, 41-jährig hier am 9.2.1902 verstorben; sein Grab ist vorne rechts auf dem neuen Friedhof in Kirchtimke in der Schulstrasse. Er war dem Erzählen nach bekannt für seine Gartenbaukunst, legte den viel bewunderten Ziergarten auf dem Pfarrgrundstück an, pflanzte verschiedene seltene Bäume, führte in Kirchtimke den Kunstdünger ein und ritt oft nach der Konfirmandenstunde mit dem Pferd über die Dörfer. Er züchtete die sog."Kirchtimker Perle",einen besonders aromatischen Apfel.

18. Gotthilf Cuntz, 1902-1909, geb. in Bad Ems, vorher Pastor in Bremen, später in Wilstedt, dort 1923 verstorben. Von ihm werden in der Gemeinde noch viele, meist spaßhafte, Geschichten erzählt.Ältere Gemeindeglieder sagen, er hatte einen"Schalk im Nacken". Er veranlasste die Vereinigung der Eichen-wurth mit dem Pfarrgarten. Von ihm sind viele aufschlussreiche Ephoralberichte über das Gemeindele-leben am Anfang des 20.Jahrhunderts verfasst.

19. Ludwig Küster, 1909-1946, geb. in Ronnenberg, vorher Pastor coll. in Osterwald. 1958 hier verstorben. Er wurde noch mit Pferd und Wagen in die Außendörfer des Kirchspiels gefahren; wohnte auch nach der Pensionierung weiter im Pfarrhaus und ist neben Pastor Ocker auf dem neuen Friedhof begraben.

20. Gerhard Scheele, 1947-1966, geb. in Lübnitz, Provinz Brandenburg, vorher Pastor in St.Jürgen; kam auf Wunsch des Superintendenten Frerichs nach Kirchtimke und hatte zeitweise über 4.000 Gemeindeglieder zu betreuen (fast 2.000 Vertriebene und Flüchtlinge). In seine Amtszeit fällt der Bau des Pfarrhauses (1951) und der Umbau der Kirche (1962). Sein besonderes Interesse galt dem Kindergottesdienst in den Dörfern und die Förderung der kirchlichen Jugend. Entscheidend geprägt war die Zeit seines Dienstes durch die grundlegenden Veränderungen in der Kirchengemeinde nach dem II.Weltkrieg und dem Einstrom der Vertriebenen und Ostflüchtlinge. Das reichliche Archivmaterial aus dieser Zeit läßt ahnen, unter welchen schweren Bedingungen auch der pfarramtliche Dienst zu versehen war. Er "entdeckte" bei der Kirchrenovierung das gotische Kruzifix und die Malereien an der Kanzel (Bilder) und veranlasste nach den Reliquienfunden im Kruzifix zum 16.12.1962 die Kirchweih auf den Namen des Märtyrers St.Lambertus. Pastor Scheele verstarb 1988 im Alter von 89 Jahren in Bad Gandersheim.

21. Dieter Stuckenschmidt, 1967-1985, geb. in Rethem/ Aller, begann als Pastor coll. und wurde nach genau 18 Jahren Dienst in Kirchtimke als Superintendent nach Wittingen berufen. Seine Gemeindearbeit fasste der Visitator so zusammen: "Freiheit hat dort Platz gegriffen, wo früher vorgegebene und oft nicht mehr verstandene Tradition normierend, einengend und kontrollierend gewirkt hat. Der Pastor und seine Mitarbeiter sind darum bemüht, Traditionen sinnvoll zu interpretieren und beizubehalten, soweit das möglich ist."
Das zeitraubende "Anschreiben" vor dem Abendmahl in der Sakristei und die Tradition der getrennten "Männerbänke" und "Frauenbänke" bis 1967 ist nur noch Älteren in Erinnerung. Der Abriß des alten Pfarrhauses (1970), die Sanierung des Kirchturmes mit Schiefer, der Umbau des alten Küsterhauses (Alte Schule) zum Gemeindehaus (1974) und die Zusammenlegung der Posaunenchöre Breddorf und Hepstedt (1971) fallen z.B. in seine Amtszeit. Gerne erinnern sich Gemeindeglieder an die Einrichtung der "Montagsrunde", eines lebendigen Gesprächskreises. Mehrere Vikare begleitete er hier als Mentor.

22. Wolfgang Preibusch, 1986 - 2021, geb. in Siegen/Westf. ; Pastor in Kirchtimke, vorher Vikar in Verden am Dom.
In seine Amtszeit fallen mehrere neue und inzwischen selbstverständliche Einrichtungen wie Besuchsdienst und Lektorendienst (1988/1989), der Mediendienst vom sonntäglichen Gottesdienst für Ältere und Gehbehinderte (1991), Eltern-Kindgruppen (1992), Konfirmandenarbeit mit Kindern im 4.Schuljahr mit Elterbegleitung (1993), Gründung eines Kirchenchores (1993), Einführung der "Kirche im Dorf" in den Kapellen in den ersten Wochen des Jahres (1996), die Entwicklung der regionalen Zusammenarbeit, Gründung des Fördervereins Kirchenmusik St.Lambertus Kirchtimke e.V. sowie der Start der regionalen Formate "Feierabend" für Frauen (2011) und das "Männerfrühstück" (2012).  Die Feier des 75jährigen Kindergottesdienstjubiläums (2013), der Ausbau des Gemeindehauses mit Jugendräumen und Eltern-Kind-Bereich, Kirchenrenovierung (1999) außen und innen (2008) und eine Orgelrenovierung (2015) fallen auch in diese Zeit und die Bauplanung für das neue Pfarrhaus.