Gottesdienste

Ev.-luth. St. Lambertus-Kirchengemeinde Kirchtimke

Neu: Anmeldung zum Gottesdienstbesuch, wenn nötig: Möglichst per E-Mail oder Handy (siehe QR-Code)

Link zur Gottesdienstanmeldung: kirchengemeinde-kirchtimke.gottesdienst-besuchen.de

Nach wie vor gelten Abstands– und Hygieneregeln und wir verzichten auf das Singen im Gottesdienst. Da die Plätze in der Kirche wegen der Abstandsregel sehr beschränkt sind, und das Land Niedersachsen die Verordnung über Weihnachten verschärft hat, kann es bei besonderen Gottesdiensten dazu kommen, dass wir unangemeldete Besucher abweisen müssen.

Neu: "Kirche am Mittwoch" am Ende des Monats, 15 Uhr

Einladung für Ältere in der Gemeinde, gerne in Begleitung!
 
Wir öffnen die Türen nach einem gut besuchten Gottesdienst, verabschieden uns persönlich und stehen noch in Gruppen zusammen.
 
Zur Zeit geht das nicht. Der Schutz des anderen und der eigene Schutz in der Covid-Pandemie erforden Abstand. Das gilt auch für die Kirche und das Gemeindehaus. Aber nun gibt es einen neuen besonderen Gottesdienst für Ältere, die gerne in Begleitung kommen können.
 
"Da zur Zeit unser gewohnter Gemeindenachmittag pausieren muss, lade ich unsere älteren Gemeindeglieder zur "Kirche am Mittwoch" ein, immer am letzten Mittwoch im Monat. Es bleibt bei dem gewohnten Termin, 15 Uhr.", sagt Pastor Wolfgang Preibusch.
 
Die Kirchengemeinde Kirchtimke geht neue Wege, um das Miteinander als Gemeinde auch jetzt so weit es geht zu leben. Dieser neue Gottesdienst ist ein erster Schritt.
 
Der nächste Termin "Kirche am Mittwoch", ca. 60 Minuten:
 
jeweils am letzten Mittwoch im Monat, 15 Uhr,
St.Lambertus-Kirche Kirchtimke

Zur Zeit finden Gottesdienste unter Auflagen statt: Begrenzte Plätze, Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln zum Infektionsschutz.

Wegen der Begrenzung auf 45 Einzelplätze bzw. Doppelplätze bei Personen aus der Hausgemeinschaft, kann die Teilnahme nicht garantiert werden.

Taufen werden z.B. auch in gesonderten Gottesdiensten im Anschluss gefeiert. Thematische Gottesdienste mit Konfirmanden ergänzen das Programm.

 

Eine Anmeldung zu den Gottesdiensten ab Neujahr ist z.Zt. nicht notwendig; es wird nicht erwartet, dass die Plätze nicht ausreichen.

MP3-Hörmitschnitt von  Gottesdiensten

  • 06.Mai, Donnerstag, 20 Uhr: Die kleine Andacht
  • 09.Mai, Rogate, 10 Uhr: Gottesdienst (Lektoren)
  • Die notwendigen Distanzregeln bedeuten für uns nicht, dass wir auf Glauben und Gemeinschaft verzichten müssen: Es gibt Gemeinschaft im Gebet, im Teilen von Gedanken und im Weitersagen von Hoffnungsworten. Der Gottesdienst wird in der Corona-Zeit etwas gekürzt gefeiert und das Singen eingeschränkt. Nach Möglichkeit ist ein kleines Ensemble (Posaunen) und/oder Solosänger zur kirchenmusikalischen Ausgestaltung dabei. Wir laden herzlich zu unseren Gottesdiensten ein!

    Ihr Pfarramt und Kirchenvorstand

 

 

 

 

In vier unserer Dörfer (außer Steinfeld und Breddorf) findet der Kindergottesdienst zur üblichen Kirchzeit um 10 Uhr in den Dorfgemeinschaftshäusern bzw. Kindergärten statt.
Über den Gemeindebrief und die örtliche Presse werden die Termine bekannt gegeben. In der Corona-Zeit entfallen die Gottesdienste leider.

Folgende Termine 2020 finden statt:

Familiengottesdienst am 12. Juli um 10 Uhr zentral in der Kirchtimker Kirche

In den Dörfern:

30.August / 13. September / 4. Oktober

01. November / 29. November / 13. Dezember

Zum Nachlesen: Predigten aus Kirchtimke

Konfirmation 2021

Liebe Konfirmanden, liebe Familien,

Konfirmation im kleinen Kreis. Davon könnt ihr noch in Jahrzehnten erzählen. Und hoffentlich mit dem Zusatz: Auch das war schön, und feierlich und ein gutes Zeichen in einer ganz schwierigen Zeit. Seit einem Jahr gilt es Abstand zu halten und wir spüren schmerzlich, was uns da fehlt. Ich jedenfalls vermisse das, mit Freunden zusammen zu sein, sich bei der Begrüßung zu umarmen, die Köpfe nahe zusammen zu stecken und zu erzählen, ganz dicht. Ich denke, das geht allen so.  

Können wir trotzdem fröhlich sein und das Leben feiern? Ich möchte das heute ganz laut sagen: JA, das können wir. Zwar anders als in früheren Jahren, aber auch jetzt ist da, was wir zum Leben brauchen: Hoffnung und Glaube und Liebe. Darin werdet ihr, unsere Konfirmanden heute bestärkt, eingesegnet, konfirmiert. Dazu hatten wir als Vorbereitung die Konfirmandenzeit in der Gemeinde. Als Gruppe. Und auch in Einzelbeschäftigung zu Hause. Ihr habt euch einen Konfirmationsspruch ausgesucht und ich hatte euch um euer ganz persönliches ABC des Glaubens gebeten, mit jedem Buchstaben des Alphabetes eine Sache zu verbinden, für die wir Gott danken können.

A wie das Atmen, F wie Familie, G wie Gemeinschaft, L wie Liebe, K wie Kraft oder Konfirmation, Z wie Zugehörigkeit. Ihr habt hoffentlich euer eigenes Alphabet gefunden und könnt es auch in der weiteren Zeit durchbuchstabieren.

G wie Gott: 1.Joh 4,16: Gott ist die Liebe und wer in er Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“

In allem aber ging es in der Konfirmandenzeit unserer Kirche darum. Denn der Mensch findet erst da seine Bestimmung, wo er die Liebe zu sich selbst, die Liebe zum Mitmenschen und die Liebe zu Gott als eine Sache erfährt, die uns miteinander verbindet. Egal wie unterschiedlich wir sind und egal wie die Zeiten gerade sind. Ich glaube das. Diese erfahrene Liebe lässt mich aufatmen, gibt mir neue Kraft, ich kann mein Leben mit ganzer Kraft gestalten und gleichzeitig aufatmen, mit neuer Kraft ins Leben gehen.

Ich hoffe, in eurer Konfirmandenzeit konntet ihr davon einiges mitnehmen.  Da ging es um die Bestärkung im Schauen und Verstehen unseres Glaubens.

Und jetzt zur Konfirmation wird euch das feierlich zugesprochen: Gott gibt uns Kraft im Leben. Seinen Geist. Er lässt uns aufatmen. Der Konfirmationsgottesdienst jetzt soll euch bestärken auf diesem Weg weiter zu gehen. Auch dazu ist Woche für Woche  jeder Gottesdienst für euch und uns alle da. Ihr habt in den letzten Monaten einige besucht und eure Gottesdienstkarte ist hoffentlich echt voll. Habt ihr das hier in der Kirche erlebt?  Wir können inne halten, durchatmen, uns wieder aufs Neue orientieren, was gut und richtig ist im Leben und mit Gottes Hilfe lassen, was schadet und Gemeinschaft zerstört.

Es ist und bleibt dabei ein Geschenk, wenn wir ganz persönlich im Glauben immer wieder Kraft zum Leben finden können, wenn es immer wieder Sonn- und Festtage, manchmal auch mitten unter der Woche, für uns geben kann. Und es ist und bleibt ein Geschenk, wenn wir uns dann wieder dem Alltag unseres Lebens und dieser Welt zuwenden können.  Genau dieses Geschenk erinnert die Konfirmation und knüpft damit an den Segen der Taufe an.

Das geschieht, wenn wir uns in den Glanz und in die Helligkeit, in den Segen und in die Obhut Gottes hinein nehmen lassen, wenn wir sein Angesicht über uns leuchten lassen. Dann spüren wir etwas von diesem Segen, wenn wir uns miteinander auf den Weg machen und immer wieder aufeinander zugehen. Dann wächst Gemeinschaft, selbst wenn wir zur Zeit physisch Abstand halten. Hoffentlich können wir das bald wieder, Gemeinschaft direkter erleben, nicht nur medial oder mit live stream, sondern ganz praktisch. Gott gebe uns allen dazu seinen Segen und liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, findet unter seinem Segen euren Weg!

Wir beten heute für euch zur Konfirmation. Geht als Gesegnete euren Weg mit Gottes Hilfe. Amen.

Jubilate 25.4.2021 / Apg 17,22-28

Lieder: 447,1-3  161,1-3  317,1-5  447,7-10 

 

Apg 17,16-22a

 

Heute – wo in der Pandemie die Menschen sich nach Leben sehnen, uneingeschränktem Leben, wo man fröhlich singen kann, wie schön das alles ist, da trägt der Sonntag den Namen Jubilate! Jubelt. Und dazu ist ein Text gewählt aus der Apostelgschichte. Da steht der Apostel Paulus mitten in Athen und sein Herz fließt über. Er jubelt von Gottes Liebe. Und er möchte, dass die Menschen es erleben wie er. Denn er sieht all' das religiöse Treiben, sieht die Sehnsucht, ja den Hunger der Menschen nach Leben, er sieht das alles, und nachdem er kurzzeitig ergrimmt und wütend ist über die vielen falschen Angebote, fasst sich wieder, wendet sich an Gott und spricht staunend zu ihm, der die Sehnsucht des Menschen mit seinem Geist erfüllt. „Denn aus dir und durch dich und dir hin sind alle Dinge, dir ist Ehre in Ewigkeit. Amen.“ So schreibt er später im Römerbrief.  (Römer 11,36)

Ich lese die Verse aus der Apostelgeschichte: (Apostelgeschichte 17,22 b-28 a, evtl. auch bis 31 verlesen):

 

17:22    Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, daß ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch läßt er sich nicht von Menschenhänden dienen, wie einer,  der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts.

 

Liebe Gemeinde, Paulus kann nicht anders, es quillt aus ihm heraus, er muß von Gott erzählen, den er im Glauben gefunden hat, dem sich alles Leben verdankt und der alle unsere Vorstellungskraft übersteigt

 

"Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer gesehen". Wenn er in unseren Dörfern und Städten umhergehen würde, welche Heiligtümer würden ihm auffallen? Bankgebäude oder Kaufhäuser mit ihrem unglaublich breiten Angebot? Fußballstadien, wo so gerne wieder zehntausende am Wochenende zusammenkommen möchten? Flugplätze, damit es in den Ferien in den Süden geht? Was würde er als Heiligtümer sehen, worum sich die Menschen scharen? Würde er die Sehnsucht nach Erfüllung und einem sinnvollen Leben dahinter erkennen? Den Wunsch nach Glück und Freude?

Würden ihm dann auch unsere Kirchen auffallen, als ein Ort, wo Menschen fröhlicher und hoffnungsvoller werden, weil Sie um einen Gott wissen, in dem wir leben und weben?

Es lohnt sich, diesen Gedanken näher zu fassen. Gott, in dem wir leben und weben. Von Anbeginn an. Sicher stimmt es, was die Bibel erzählt, dass das Trachten des Menschen  böse von Jugend an ist, eigensinnig und ichbezogen! ABER: Das ist nur oberflächlich wahr. Denn zugleich sind wir geschaffen nach Gottes Willen, und er gibt seine Menschen nicht auf, im Gegenteil. Das Leben soll sich erfüllen – und er selbst gibt jeden Tag aufs Neue die Kraft dazu.

In der Gestalt von Jesus Christus ist das wahr geworden, indem er sich den Menschen zuwendet, sie heilt, tröstet, und für die Menschen auf ihren falschen Wegen den Zugang zu Gott und zum Leben neu eröffnet.

Und darum möchte ich die Aussage des Paulus vom »unbekannten Gott« ganz positiv verstehen. Gott ist und bleibt uns ohne Hilfe immer unbekannt, trotz all' unserer Bemühungen, ihn zu verstehen. So bleibt er Gott, wird kein Götze. Und so kann und will er sich uns selbst immer wieder neu überraschend bekannt machen. Und das geschieht hier bei Paulus in der Predigt. Im Hinweis auf Jesus Christus.

Ja, in Gott leben und weben wir von Urbeginn. So ist es! Und Paulus sagt es allen Menschen in Athen und anderswo zur freundlichen Erinnerung an das, was von Urzeiten an so ist. Und weil es so ist, gibt es auch für uns die Verbindung zu Gott in unserem Leben. In der Taufe ist es uns sichtbar zugesagt. Mag sein, dass es uns oft nicht bewusst ist. Mag sein, dass wir sie aus den Augen verloren haben. Aber die Freude am Leben, die Freude an Gott in unserem Leben, die hat eine Quelle, die nicht versiegt. Weil es nicht an uns liegt, sondern an Gott selbst, der diese Verbindung in Christus schafft. Er ist das unübersehbare Zeichen Gottes, dass diese Verbindung nie abreißt, dass er vom Anfang bis zum Ende in guten und in schweren Zeiten für uns als seine Geschöpfe da ist.

Darüber jubelt Paulus. Und wir stimmen mit unserem Bekenntnis heute ein. In ihm hat sich Gott auch uns bekannt gemacht, in ihm lernen wir kennen, wer Gott für uns ist.

Das will Paulus seinen lieben Athenern weitersagen. Er erinnert sie daran, was schon seit Urzeiten in ihnen schlummert: ihr Gottesgeschenk, der Glauben, dass Gott ihr himmlischer Vater ist, der dem Leben Sinn und Bestand verleiht.

Wie heißt es hier in der Apostelgeschichte: „er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.“

Gott sei Dank, jubelt, Jubilate! Und er Friede Gottes…

Link zum Gottesdienst YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=A8zcJ6sP9eA&t=0s

 

Predigt:

Noch einmal hier auf der Kanzel...

1.

So richtig fassen kann ich das noch gar nicht, was das heißt, im Rentenalter zu sein. Das ist Neuland. Wie benimmt man sich da?  Hätte ich vielleicht langsamer auf die Kanzel steigen sollen? Hmmm… Sind tatsächlich schon 35 ½ Jahre rum?

Ich kann mich noch gut an den Start erinnern. Als ich nach dem Vikariat mit meinen Vikars-Kollegen im Auto saß auf dem Weg zum Landessuperintendenten in Stade. Zufällig kamen wir durch Kirchtimke.

Was ist aus uns geworden? Thomas ist Superintendent geworden. Hm. immerhin. Herzlichen Glückwunsch! Dieter ist Landessuperintendent, also Sprengelbischof geworden, alle Achtung, auch herzlichen Glückwunsch und ich,

ich bin Bischof von Kirchtimke geworden, und das gleich bei der ersten Begrüßung vor 35 Jahren noch vor der Ordination. „Da kommt der neue Bischof von Kirchtimke“, hieß es. Mein Vorgänger Dieter Stuckenschmidt wurde schon so genannt, denn der Vakanzpastor sagte ihm damals: Kirchtimke, das ist die Perle im Kirchenkreis. Hier sind Sie für die Leute noch der Bischof!

Zu meinem 30-jährigen Jubiläum wurde mir in Breddorf in der Kapelle dieser Bischofsstab überreicht, gefertigt vom örtlichen Schmied. Danke noch einmal, Ute-Marie, Elisabeth.

Also, was will ich mehr. Alles erreicht. Ich bin dankbar und zufrieden und schaue jetzt an diesem Tag mit euch auch etwas zurück. Ja, auch etwas wehmütig, aber vor allem ist es schön, dass ich das nach einem erfüllten Berufsleben tun kann. Und lieben Dank schon mal an dieser Stelle für die vielen lieben Worte in der letzten Woche, in Zeitung und Gemeindebrief und ich grüße an diesem ersten und letzten Live-Gottesdienst mit mir alle, die über YouTube mit dabei sind, weil die Corona-Zeit nun mal so ist. Ich freue mich, dass tatsächlich einige auch hier in der Kirche sein können, Familie, Freunde, Weggefährten, Kirchenvorstand, Gemeindebeirat, Mitarbeiter*innen.

2.

Heute darf ich in der Predigt sicher etwas persönlicher werden als sonst, denke ich. Und etwas Persönliches steckt schon in dieser Losungskarte. Im letzten Jahr habe ich selbst das Foto von unserem Christuskreuz für die Jahreslosung gemacht. Und das Wort soll heute mein Leitspruch sein. Dazu sind die Losungskarten verteilt und wir haben so viele, dass jede und jeder einen Stapel für andere mitnehmen kann.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist.“ Lukas 6,36

Je älter ich werde, desto mehr weiß ich es zu schätzen, wenn Menschen barmherzig sind, ein Herz haben. Mitfühlen. Schwächen sehen, aber nicht darauf rumreiten.

Diese Welt ist – Gott sei es geklagt - zumeist nicht barmherzig - was zählt ein Leben - wir brauchen gar nicht nach Asien oder Lateinamerika zu schauen, wo es keine Sozialleistungen gibt, wo einmal im Leben abgerutschte Menschen keine Chance mehr haben, wo die Umstände keine Rolle spielen bei der Todesstrafe usw.

Fehlendes Mitgefühl, ein verschlossenes Herz bestimmen größtenteils das wirtschaftliche Handeln überall, auch bei uns. Es geht um Wettbewerb. Und um den persönlichen Gewinn. Selbst in der Pandemie. Einige wollen da nicht zurückstecken und gefährden so viele andere. Eine solche Haltung wirkt sich aus, auf alle Bereiche. Auch auf das Private.

Eine Riesenaufgabe für die Familien und Freundschaften, das menschlich aufzufangen. Und auch eine große Herausforderung für uns als Kirche, das immer wieder ins Gespräch zu bringen und unsere menschliche Sicht auf das Leben in die Tat umzusetzen, vor allem anderen barmherzig zu sein;

und das bedeutet zugewandt sein, liebevoll und tatkräftig zugewandt sein. Und die Schwachen nicht einfach fallen zu lassen.

Was hat die Jünger Jesu dazu gebracht, nach den Worten Jesu selbst so zu leben? Es war wohl die Gemeinschaft mit Jesus auf ihrem Weg und die Erfahrungen, die sie ganz direkt machen konnten.

Und was hat mich in den vergangenen Jahrzehnten in Barmherzigkeit, Zuwendung, Liebe gestärkt:  ja, auch erfahrene Gemeinschaft, miteinander gelebter Glaube, und hier im Gottesdienst immer wieder neu das Wort Gottes, und Menschen, die das immer wieder neu leben: Seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist.

 

3.

Damit bin ich schon mittendrin bei Lukas 6,36 Seid auch barmherzig, sagt Jesus. Denn Gott ist barmherzig. In seiner Liebe. In seiner Zugewandtheit. Selbst im Leiden. Unser Christusbild in Kirchtimke weist darauf hin – Barmherzigkeit hat auch einen Preis und sie hat sein Gesicht, darauf habe ich mit euch über 35 Jahre geschaut. Christus. Bei über 3000 Gottesdiensten und Andachten. Bei Taufen, Trauungen, Ehejubiläen, Konfirmationen, Trauerfeiern. Oder wie heute, einfach am Sonntag.

Darum geht es doch bei allem für uns als Kirche und im persönlichen Glauben: Auf Christus zu schauen. Sich von der Barmherzigkeit und Zuwendung Gottes bewegen zu lassen.

Ich bin heute dankbar, dass diese Dinge fest zu meinem Beruf gehört haben und ich schon davor Menschen begegnet bin, durch die ich einen barmherzigen Gott zu sehen gelernt habe, in Zuwendung und Liebe.

Angefangen bei meiner Mutter....Beten abends am Bett, Singen „Der Mond ist aufgegangen“, Kalenderblatt lesen. Oder mein Patenonkel, er war Kirchenvorsteher in Siegen in Westfalen, wusstet ihr das? Er ist kurz nach meiner Konfirmation verstorben und hätte sich bestimmt gefreut, dass ich 1976 mit 20 Jahren wohl der der jüngste Kirchenvorsteher in unserer Landeskirche war und schon 1970 als Mitarbeiter die Ehrennadel der Ev. Jugend erhalten habe.

Bei meiner Taufe sah ich wohl so blass aus, dass mein Patenonkel sagte: Der sieht so geistlich aus, der wird bestimmt Pastor. Wie man das so im Spaß sagt. Kaum zu glauben… Meine Eltern haben mir das erst erzählt, als ich längst Pastor war. – Und der Weg dahin?

Ich erinnere schöne Kindergottesdienste, packende Stunden in der Kinder- und Jugendgruppe und auf Freizeiten – einige Freunde aus dieser Zeit habe ich immer noch -, dazu Mitarbeiterinnen und Diakone, die menschlich überzeugend waren, auch wie sie vom Glauben sprachen und ihn in ihrer Weise ganz persönlich lebten, und vor allem ein Herz für andere hatten, auch für mich, und mir so die Barmherzigkeit Gottes wiederspiegelten. Und das hat sich fortgesetzt in meiner Zeit hier: Ich war und bin Teil einer Gemeinschaft, in der das Wort von der Barmherzigkeit gilt und immer wieder neu gehört wird. Dafür bin ich tief dankbar! Aus all dem habe ich ein langes Berufsleben schöpfen können. Denn für uns alle gilt in der Nachfolge Christi: seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist.

4.

Für mich ist  nach wie vor Jesus das lebendigste Bild der Barmherzigkeit Gottes. Ich habe deshalb  auf dem Foto versucht, das himmlische Licht Gottes von unseren Kirchenfenstern mit einzufangen, die ich in 35 Jahren liebgewonnen habe...

Kann es ein besseres Wort für diesen Tag und diese Abschiedspredigt geben und ein besseres Licht, als das der himmlischen Barmherzigkeit? Auch im Rückblick auf meine Tätigkeit?

Bei meiner Ordination vor 35 1/2 Jahren wurde ich von der Presse gefragt, was ich in Kirchtimke tun und erreichen möchte. Ich habe damals gesagt:

Ich möchte mit meinem Dienst dazu beitragen, dass die Barmherzigkeit und Menschenfreundlichkeit Gottes  hier weiter erfahrbar werden.

Daran habe ich mich die ganze Zeit gehalten. Ich hoffe, das ist gelungen, wenigstens zu einem Teil, und wo es nicht gelungen ist, da bitte ich mit dem Evangelisten Lukas: Seid barmherzig...

5.

Ja! Von Herzen danke ich allen, die mich und meinen Dienst hier die ganze Zeit getragen und unterstützt haben, einschließlich meiner Familie und Freunde. Ich habe hier eine gute Heimat gefunden und meine Stärken einbringen können. Meine Schwächen hat man all die Jahre ausgehalten. Danke dafür, Kirchenvorstand, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kolleginnen und Kollegen, einige sind vielleicht Live über das Internet dabei. Danke auch dem Team dahinter.

So manchem konnte ich hier in der Gemeinde mit meinem Dienst als Pastor Beistand, Trost und Hilfe geben. Das hat auch mein eigenes Leben erfüllt.

Und das ist ja zu allen Zeiten unsere Aufgabe, für andere da zu sein, barmherzig, wie unser Vater im Himmel barmherzig ist. Darauf zielt ja das Wort bei Lukas, im Geist Gottes ganz nahe bei den Menschen zu sein. Barmherzig. Und es wird uns zugetraut, dass wir das können, sonst hätte die Aufforderung ja keinen Sinn.

Jeder und jedem an seinem Ort, ob jung oder alt, Hauptamtlicher oder Ehrenamtlicher, Rentner oder Berufsanfänger, entscheidend ist eins: im Vertrauen auf Gott barmherzig zu sein.

Bildlich gesprochen gebe ich als Ortspastor heute nur den amtlichen Staffelstab weiter. Andere wachsen in die Aufgabe hinein oder stehen schon bereit. Meinem Nachfolger wünsche ich schon heute Gottes Segen und dieselbe Offenheit für Neues, wie ich sie hier erfahren habe.

Meinen Bischofsstab nehme ich allerdings gerne als Erinnerung mit in das Neuland als Rentner, und hänge zu Hause die Losungskarte von heute daran, dass es auch mich weiter leitet: Seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist.

Bleibt alle behütet unter diesem Wort. Amen.

P. Wolfgang Preibusch

Septuagesimae  20.2.2011     Lukas 17,7-10

Liebe Gemeinde an diesem schönen Nachmittag, ich danke Euch allen, dass ihr diesen Gottesdienst zu meinem Jubiläum als Pastor und gleichzeitig zum Jubiläum in der Gemeinde mit mir zusammen feiert. Ich freue mich sehr! Es ist fast wie vor 25 Jahren, als die Kirche ebenfalls ganz voll war und ich unsren wunderbaren Posaunenchor und die charakteristische Kirchtimker Röver-Orgel das erste Mal gehört habe. Ich habe meinen Kalender von 1986 noch einmal hervorgeholt.

- Do, 2. Jan 86: 17 Uhr Superintendent, 20 Uhr das erste mal im Kirchenvorstand – Vorstellung.

- Di 14. Jan – Abgabetermin für den Heimatboten – damit die Leute mich kennen lernen

- Do 22.Jan – Termin mit der Zeitung

- Mo 27. Jan – Kirchenvorstand

- Di 28. Jan Posaunenchor

- Do 30. Jan Gemeindehaus – alle Mitarbeiter: das war noch alles vor Dienstbeginn. Dann gleich die ersten Geburtstagsbesuche – ich musste erst mal shen, wo Schnakenmühlen ist…

- mi 5.2. KiGo  / -Mo 10.2. Montagsrunde / Sa 15.2. Ordination.

Und was meinen Sie, was in der ersten Woche damals als frisch ordinierter Pastor dann dran war: Konfirmandenfreizeit – schließlich sollte ich zwei Monate später die ersten Konfirmanden einsegnen… Diakon Heino Meyer war so nett, mit einem Team von Mitarbeitern dabei zu sein. Da kann man gleich sehen, was mir – schon damals wichtig war: die Konfirmanden, die Besuche in der Gemeinde, die Kinder- und Jugendarbeit, die Kirchenmusik und der Kreis der Mitarbeiter.

1. 25 Jahre – kann man sich das überhaupt vorstellen? Gestern, als die Kirchenvorsteher alles für diesen Tag vorbereitet haben hatte ich frei zur Predigtvorbereitung – und auch etwas Zeit zum Träumen. Auf meinem Schreibtisch steht ein Foto von einem der Brautpaare des letzten Jahrs, das sie mir geschenkt haben. Ich abe dann so nachgedacht. Bei wie viel Taufen, Trauungen, Konfirmationen usw. ist ein Foto gemacht worden, wo ich mit drauf bin? Wenn man diese Fotos 10x15 aneinanderlegt, kann ich wohl die ganze Strecke vom Pfarrhaus bis zur Kirche an den Fotos entlanggehen. Wahnsinn! Wen von Euch heute würde ich denn auf einem der Bilder sehen? Wer hat ein Bild, wo ich mit drauf bin? Armzeichen geben?

2. Ich habe mir dann all die Konfirmations- und Jubelkonfirmationsurkunden vorgestellt, die ich persönlich ausgefüllt habe - damit könnte man fast die Hauptstasse vom Ortseingang Ostertimke bis Ausgang Westertimke  Stück an Stück auslegen. Unvorstellbar. Wessen Urkunde würde denn da mit in der Reihe liegen? Hand hoch!

3. Dann habe ich mir vorgestellt, wie viele Kilometer ich nach Breddorf, Hepstedt, Steinfeld, Hemel, Ostertimke, Westertimke, zum Wentel usw. gefahren bin, um Besuche zu machen: Es kommt eine Strecke zusammen an die 3 x um den ganzen Erdball. Arm hoch, wen habe ich in 25 hren zu Hause besucht?

4. Wer hat den bisher noch nicht den Arm gehoben? Mit wem von Euch habe ich persönlich schon gesprochen?

Ich glaube jetzt haben wir schon fast alle.

5. Aber eines habe ich mir dann noch vorgestellt: Wenn ich mir selbst noch einmal alle meine Predigten, Andachten usw. anhören müsste, dann wären das zwei volle Monate ohne Pause und Schlaf. Da kann ich unsrer Küsterin Herta Müller und unserem Organisten Jens Drews nur danken, dass sie mir auch nach 25 Jahren immer noch tapfer zuhören und nicht einschlafen! Stellvertretend für alle aufmerksamen Hörer ein Applaus für die beiden! Keiner hat so viele Predigten von mir gehört wie ihr – ausgenommen vielleicht Schwester Gertrud Schlobohm. Wo sitzt sie?

Aber nun Schluß damit. Ich glaube, wir haben nun alle eine Vorstellung, was 25 Jahre bedeuten. Dreimal dürfen Sie raten, was ich am liebsten im Urlaub mache – den Mund halten. Nur mit der Familie und Freunden ruhige Tage genießen. Aber doch och eine persönliche Sache: Am meisten staune ich selber, das ich 25 Jahre Pastor bin. Und meine Lehrer aus der Grundschule würden auch nicht schlecht staunen. Enn im Zeignis tand schon mal: Wolfgang stört sinen Nachbarn. Wolfgang könnte rücksichtsvoller zu seinen Mitschülern sein. Und eine Empfehlung für die Realschule und das Gymnasium hatte ich auch nicht. Das verdanke ich nur meiner Mutter. Soviel zum Urteil über andere.

Mein Patenonkel Paul Müller, zugleich Kirchenvorsteher, hatte da meiner Taufe mehr seherische Fähigkeiten. Ich habe wohl geschrien und war recht blaß. Er hat damals im scherz gesagt: „Der wird bestimmt Pastor. Der sieht so geistlich aus.“

Bevor nun aber zuviel Selbstgefälligkeit aufkommt, möchte ich mit Euch zusammen auf den Text des heutigen 3. Sonntags vor der Passionszeit hören, was er uns an diesem Tag als Orientierung mit auf den weiteren Weg gibt.

7 Wer unter euch hat einen Knecht, der pflügt oder das Vieh weidet, und sagt ihm, wenn der vom Feld heimkommt: Komm gleich her und setz dich zu Tisch?

8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendessen, schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; danach sollst du auch essen und trinken?

9 Dankt er etwa dem Knecht, dass er getan hat, was befohlen war?

10 So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; [a]wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.

Liebe Schwestern und Brüder,

heute sind viele unter uns, die da und dort in der Gemeinde mitarbeiten – und wohl jeder von uns bemüht sich, als Christ zu leben. Und da ist es für uns alle erst einmal ernüchternd: Uns, die wir Christus folgen, wird scheinbar zugemutet, dass wir uns selbst als „unnütze Knechte" sehen.

Als „unnütz“ werden sich viele empfinden, die Arbeit suchen und keine finden. Etwa 3 Millionen immer noch in unserem Land, deren Gaben und Arbeitskraft nicht gefragt ist. Wie viele von ihnen sind verzweifelt, weil sie nicht gebraucht werden. Sie kommen sich tatsächlich unnütz und armselig vor. Darum kann es hier im Gleichnis Jesu nicht gehen. Schließlich ist genug Arbeit da in unseren Gemeinden. In den letzen Jahren sogar mehr als wir bewältigen können. „Die Ernte ist groß“ sagt Jesus an anderer Stelle den Seinen, „aber der Arbeiter sind wenige.“ Als unnütz sieht er niemanden an. Und in unseren Gemeinden suchen wir weiter ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in vielen Bereichen.

Schauen wir auf den Zusammenhang der Gleichnisrede Jesu Kap 17. Unser Abschnitt wird zwei Verse zuvor eingeleitet mit einem Wunsch der Jünger: „Stärke uns den Glauben.“ (Vers 5).

Halten wir als erstes fest: Was Jesus also hier sagt, soll Glaubensstärkung sein, Mut machen, Kräfte frei setzen. Die Jünger sollen sich also im Gleichnis der Knechte gestärkt wieder finden.    W i e   also ist hier von Knechten die Rede:

Wenn wir  in der Bibel in gerechter Sprache nachschlagen, finden wir zunächst statt Knecht die Bezeichnung: ,,Sklavinnen und Sklaven“ als Beschreibung der tatsächlichen sozialen Verhältnisse. Sklavenhandel und Sklavendienste gehören Gott sei Dank nicht mehr in unsere Zeit. Niemand darf andere versklaven oder knechten, auch wenn das in der Entstehungszeit unserer Evangelien noch anders war. Wir erleben es ja gerade mit, wie sich Völker von Unterdrückung befreien – und sich ihre gerechtfertigte Freiheit auf dem afrikanischen Kontinent mit dem Protest auf der Strasse erstreiken.  

Ich fasse das Bisherige zusammen: Das Gleichnis spricht von Sklaven. Martin Luther übersetzt ,,unnütze" Knechte. Genauer müssten wir übersetzen: "Wir sind nur Knechte". Das Wort ,,unnütz" hat hier nämlich keine gering schätzende oder wertende Bedeutung.  Das Gleichnis richtet den Blick ganz auf das, was zu tun ist – und dass dieser Dienst  selbstverständlich ist. 

Von der Kirche sagt man ja oft: wenn Du da den kleinen Finger zur Mitarbeit reichst, dann nimmt man gleich die ganze Hand. Und Dank bekommst Du auch nur selten.

Um das ganz deutlich zu sagen: Das ist nicht richtig und darum geht es hier in der Rede Jesu auch nicht, um eine mögliche Verherrlichung des Sklavendienstes.

Der springende Punkt liegt woanders:  Schauen wir noch einmal auf den Dienst des Knechtes, Vers 7:

Im Rahmen seiner übertragenen Aufgaben ist der Knecht selbst Herr seiner Zeit und kann sich die verschiedenen Arbeiten verantwortlich einteilen. Zunächst pflügt er das Feld. Danach steht das Weiden des Viehs auf der Tagesordnung. Nach der Heimkehr gehört der Tischdienst für seinen Herrn zu den Aufgaben. Alles geschieht zu seiner Zeit und nichts muss überstürzt werden. Der Sklave – oder in der Übersetzung Luthers, der Knecht, muss keinen Raubbau an seiner Gesundheit treiben.

Halten wir als zweites fest: Der Knecht ist hier im Gleichnis nicht der Geschundene, keiner der ausgenutzt wird, sondern der, der  ganz selbstverständlich seiner übertragenen Aufgabe nachkommt.

Darauf zielt die Gleichnisrede Jesu. Es geht um das Tun, um die Erfüllung der Aufgaben. Und dazu stellt  der Herr auch die nötigen Dinge bereit, so dass der Knecht seiner Arbeit nachkommen kann.  Und am Ende bekommt natürlich auch der Knecht Essen und Trinken – und so füge ich hinzu: auch seinen verdienten Feierabend. Auch dafür sorgt der Herr und gibt es ganz selbstverständlich.

Es ist für mich faszinierend unter diesem Gesichtspunkt nun auch auf unsere vielen Dienste in der Gemeinde zu schauen und auf unser Leben als Christen, wenn wir im Beruf, im Alltag, in unseren Familien, in unseren Häusern das zu leben versuchen, was wir als Gottes Liebe und seine Gebote glauben.

Denn : Das glauben wir ja: Gott selbst gibt den Auftrag und auch die Kraft dazu. Er beruft uns zu seinem Dienst. Sei es um Besuche zu machen, oder die Gemeinde zu leiten, im Kindergottesdienst, den Chören usw. bis hin auch zu meinem Dienst als Pastor, sein gutes Wort in den verschiedenen Lebenslagen zu sagen und seine Sakramente zu spenden.

So verstehe ich das Gleichnis: Es geht um die selbstverständliche Erfüllung der übertragenen Aufgabe – und der Herr selbst gibt auch die nötigen Mittel dazu – darauf darf vertraut werden. Ist das dann noch Knechtschaft? Oder ist es nicht vielmehr ein Anteilgeben am Wirken Gottes in dieser Welt, gehalten und getragen von seiner Kraft?

Ich möchte dazu von einem Besuch bei einem Ehepaar vor fast 25 Jahren erzählen, wo der Mann nach einem Unfall schwer behindert rund um die Uhr pflegebedürftig war. Schwerstbehindert, kaum ansprechbar, mit Schäden am Gehirn, saß der Ehemann gut gepflegt in einem speziellen Sessel. Es war für mich bedrückend, diese Hilfsbedürftigkeit zu sehen. Was sollte ich da sagen? Ich fragte die Frau nach einer Weile, woher sie die Kraft dafür nähme, Tag für Tag und welche Hilfe sie habe.

Etwas zögerlich sagt sie zunächst: "Es muss ja gehen". Und nach einem Augenblick fügt sie hinzu: "Gott gibt mir die Kraft dazu." Und dann  war es beinahe so, als ob die Frau selbst zu predigen begann: "Wissen Sie noch, Herr Pastor, beim letzten Gemeindenachmittag? Da haben Sie die Andacht gehalten. Und dann haben Sie gesagt: Gott ist da! Und es war ganz eigenartig. Der ganze Raum war mit einem mal angefüllt mit Gott. Ich habe das richtig gespürt, welche Kraft davon ausgegangen ist. Ich war ganz erschüttert darüber, wie das möglich ist. Und jetzt bei der Pflege meines Mannes merke ich es auch. Es stimmt. Gott ist da. Er gibt mir die nötige Kraft."

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde, ich war damals nach dem Besuch bei der Frau mit ihrem pflegebedürftigen Mann recht nachdenklich, als ich im Auto zurückfuhr, denn solche glaubensstarken Erfahrungen hätte ich selbst meiner Andacht nicht zugetraut: Wer mich aus den letzten 25 Jahren kennt,  weiß, ich bin ja eher etwas nüchtern gestrickt, liebe Zahlen und Statistiken und die NWS. An die Worte, die diese Frau von meiner Andacht in Erinnerung hatte, und mir nun wiederum zu sagte, konnte ich mich längst nicht mehr erinnern.

Liebe Gemeinde, wenn so etwas geschieht in meinem Dienst, dass Menschen sich von Gott gestärkt erfahren, dann kann ich selbst Gott nur danken und staunen, wie er auch meinen Dienst hält und trägt und segnet. Der Knecht im Gleichnis weiß, wer sein Herr ist. Und er weiß auch, dass der Herr auch für ihn sorgt – und über die eigenen Kräfte muss er nicht arbeiten.

Und das merke ich ja auch: was hier dieser Frau in der Pflege ihres Mannes zur Hilfe geworden ist, geschieht ja nicht aus meiner eigenen Kraft heraus. Um es mit dem Schluss des Gleichnisses zu sagen: Ich habe nur getan, was ich zu tun schuldig war. Es geschah aus dem mir übertragenen Dienst, im Auftrag des Herrn sozusagen, der auch in einem Dienst gegenwärtig ist. Wenn es überhaupt jemandem gibt, dem zu danken ist, dann ihm.  Und ich war im Anschluss von Herzen dankbar, dass meine Andacht ihr Kraft gegeben hat. Das ist mehr als jeder Dank!

Und das ist das Dritte, das ich nun festhalten möchte: Als Gemeinde wissen wir, liebe Schwestern und Brüder, wer uns letztlich die Mittel und die Kraft dazu gibt, dass wir seinen Dienst in der Welt tun können. Mit jedem Gottesdienst vergewissern wir uns dessen, ob wir das nun besonders spüren oder eben manchmal auch nicht.

Und nach allem was wir als Christen von unserem Herrn wissen, gibt er auch Menschen, die scheitern, wieder einen Platz in seinem Reich; da ist keiner nutzlos oder unnütz. Ob Mann oder Frau, ob Fischer oder Zöllner, ob Krank oder schuldig geworden – er nimmt sie als Jüngerinnen und Jünger  in seinen Dienst. Und gibt ihnen den Weg vor: einer soll dem anderen dienen.

Und dann genügt es, wenn ich meiner Arbeit treu und gewissenhaft nachkomme, wie der Knecht im Gleichnis und darauf vertraue, dass der Herr mir dazu auch den nötigen Glauben und die Hoffnung und die Liebe dazu schenkt. So gerüstet kann ich mich auf den Weg machen zu Besuchen, wo ich nicht weiß, welche Not mich erwartet.

Noch eine Sache zum Schluss:

Sicher müssen wir uns miteinander eingestehen:

Natürlich tut es uns gut, wenn andere uns dankbar sind und uns loben. Allerdings kann mein Wunsch nach Lob und Anerkennung dazu führen, zu sehr auf mich selber zu schauen. Und das verbaut mir den Weg, in schlichtem Gottvertrauen meine Arbeit zu tun.

Ich verzettele mich dann leicht in meinen Aufgaben, überfordern mich und andere, weil ich die sichtbare Anerkennung suche, dabei liegt nicht nur mit unserem Gleichnis heute der Blick ganz auf der Aufgabe selbst  - und die Würdigung bereits darin, dass wir beauftragt sind.

Liebe Schwestern und Brüder,

eine Gemeinde ist lebendig, wenn viele im Vertrauen auf Gott ihre Gaben einbringen, tun was nötig ist und an vielen Orten in dieser Welt Aufgaben für andere übernehmen. Als Pastor in Kirchtimke bin ich dankbar, dass wir hier vor Ort und darüber hinaus in unserer Kirche auf einem guten Weg sind. Unser Dienst wird gebraucht, da habe ich keinen Zweifel. Und er wird auch von vielen geschätzt – dafür bin ich dankbar. Und so will ich heute aus vollem Herzen „Danke“ sagen für alle Mitarbeit und Ermutigung!

Ich kann nur froh und dankbar auf die Mitarbeiterschar in unserer Kirchengemeinde Kirchtimke und in unserer Region schauen - und feststellen, dass viele unter ihnen wie in diesem Gleichnis Jesu ihren Dienst verstehen und im Glauben wissen, wer ihnen die Kraft dazu gibt.

Und noch einmal: Nichts im Gleichnis weist darauf hin, dass der Knecht über Gebühr belastet wird.  Achten wir also in der Gemeinde aufeinander und stehen wir einander dabei zur Seite.  Und ermutigen wir auch weiter dazu, ganz nach unseren Möglichkeiten einzuwilligen in solchen Dienst.

Ich werbe seit 25 Jahren freundlich und bestimmt für Mitarbeit und Beteiligung in der Gemeinde – mehr als 100 Mütter und einige Väter haben inzwischen z. B. im Konfirmandenunterricht im 4. Schuljahr mitgearbeitet! 

Und damit komme ich nun fast zum Schluss:

Als ich vor 25 Jahren hier in Kirchtimke begonnen habe, stand eines Sonntags, als ich noch kaum jemanden kannte, ein alter Mann mit seiner Frau vor der Kirche, reichte mir die Hand. – Es war mein Vor-Vorgänger – einige Ältere kennen ihn vielleicht noch und er war 1986 extra aus Bad Gandersheim angereist, fast 80 Jahre alt,  um bei seinem jungen Nachfolger in Kirchtimke im Gottesdienst zu sein und ihm die Hand zu drücken. Er sagte damals zur Begrüßung: „Vielen Dank für Ihren Dienst in Kirchtimke. Ich bin Pastor Scheele“.

Die Wortwahl fand ich damals etwas eigentümlich. Aber inzwischen schätze ich diese Worte und solchen schlichen Dank für meinen Dienst. Es geht ja darum, das, was ich tue, im richtigen Licht zu sehen, im Licht der Güte und des Beistand Gottes.

Und da tut einem das Wort eines alten erfahrenen Seelsorgers gut, der weiß, was es heißt in diesem Dienst zu stehen und dass wohl die wichtigsten Dinge im Dienst eines Seelsorgers fast immer in der Verschwiegenheit und im Verborgenen bleiben -  und da auch ihren Ort haben, z.B. bei den Kasualien und persönlichen Gesprächen.

Stärke uns den Glauben, so bitten die Jünger ihren Herrn am Anfang unseres Kapitels. Gott sei Dank: Ohne stärkendes, ermutigendes Wort brauchen wir unseren Dienst nicht zu tun und die Gottesdienste in der Gemeinschaft mit anderen atmen ja diese Kraft, wie ich es auch hier in Kirchtimke in 25 Jahren erfahren habe, auch durch persönliche  ermutigende Wort aus der Gemeinde. Herzlichen Dank auch für einzelne Briefe und Grüße, die ich in den letzten beiden Wochen zu meinem Jubiläum erhalten habe und heute auch noch bekommen werde.

Wer nun aber meinerseits vergeblich auf ein freundliches Wort für seinen Dienst in unserer Kirche hat warten müssen, den bitte ich heute um Entschuldigung, so wie ich unseren Herrn um Vergebung bitte, wo ich dem Dienst in seinem Namen aus Kleinglauben oder Trägheit nicht nach meinen Begabungen gerecht geworden bin.

Gott sei Dank, wir haben einen barmherzigen Herrn, und einen, der uns auch immer wieder aufs Neue in seinen Dienst nimmt.

Unsere Aufgabe ist es als Gemeinde in dieser Welt zu tun, was wir zu tun schuldig sind, und immer geht es für uns darum, aus unserem christlichen Glauben und unsrer Bindung an Christus heraus zu handeln, in allen Bezügen unseres Lebens - und uns miteinander nach solchem Glauben auszustrecken, im Dienst und in der Nachfolge Jesu.

Dazu gebe Gott mir und anderen weiterhin seinen Segen und stärke uns im Glauben – hier und überall in seiner Kirche, dass wir ohne Vorbehalte einstimmen können: Ja, wir sind deine Knechte und wir sind bereit zu tun, was wir zu tun schuldig sind. Diese Welt wartet drauf. Amen.

2.Sonntag n. Trinitatis / 5.6.05 Visitations-Sonntag / Mt 22,1-14

Vorspiel

Begrüßung, Eingangswort

449,1-3   Die güldne Sonne

Eingangsliturgie, Gebet

Lesung Epistel mit Hallelujar

Glaubensbekenntnis

Chor: Ich lobe meinen Gott

Predigt (Predigt und Ansprache der Sup`in)

263,1-7 Sonne der Gerechtigkeit (Klingelbeutel)

Ansprache Superintendentin

288, 1-3+6+7 Nun jauchzt dem Herren alle Welt

Abkündigungen

Chor: Give Thanks

Fürbittengebet mit Kyrie (Chor)

Chor: Vaterunser

170,1-4 Komm, Herr, segne uns

Nachspiel

Liebe Gemeinde an diesem Visitationssonntag, liebe Frau Superintendentin Jutta Rühlemann, liebe Gäste und liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserer Gemeinde, mit einem Wort, liebe Schwestern und Brüder,

heute am Visitationssonntag ist so mancher unserer Einladung gefolgt und es ist als Text für die Predigt ein Wort Jesu aus dem Matthäusevangelium vorgeschlagen, wo es auch um viele Gäste geht, wie bei uns an diesem Sonntag.  Ich lese nun das Gleichnis von der königlichen Hochzeit, Mt 22:

1 Und Jesus fing an und redete abermals in Gleichnissen zu ihnen und sprach:

2 Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.

3 Und er sandte seine Knechte aus, die Gäste zur Hochzeit zu laden; doch sie wollten nicht kommen.

4 Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit!

5 Aber sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft.

6 Einige aber ergriffen seine Knechte, verhöhnten und töteten sie.

7 Da wurde der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an.

8 Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren's nicht wert.

9 Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet.

10 Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen, [a]wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll.

11 Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte [a]kein hochzeitliches Gewand an,

12 und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte.

13 Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein.

14 Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

 

 **************Ende der Textlesung: Mt 22,1-14

 

Was für ein Text, liebe Gemeinde. Sollte es so etwas wirklich geben? Dass alle Gäste absagen und dann irgendwer geholt wird, um dann auch noch dafür bestraft zu werden, nicht richtig vorbereitet zu sein?

 

Das klingt mehr nach einer Abrechnung als nach einem Fest und erinnert an die Tempelreinigung Jesu, die ja nur wenige Verse zuvor bei Matthäus berichtet wird, wo Jesus Geldwechsler und Händler hinaus wirft aus dem Bethaus Gottes. Eine Schülerin in der 5. Klasse sagte im Religionsunterricht bei der Geschichte zu mir: „Dieser Jesus gefällt mir nicht. Ich kenne ihn ganz anders.”  Also, was für eine Zumutung ist dieses Gleichnis vom Gastmahl? Da sperrt sich etwas und darum ist es gut, genauer hinzusehen.

Der Reihe nach: Das Fest ist vorbereitet. Die Einladungen sind ausgesprochen. Der Raum ist schön geschmückt. Das Essen ist gekocht. Die Musik ist bestellt. Das Fest kann beginnen. Immerhin richtet da ein König für seinen Sohn ein Hochzeitsfest aus.

Doch als die Diener seine Einladung weitergeben wollen, erhalten sie Absagen. Auch der zweite Einladungsversuch schlägt fehl. Selbst der Hinweis auf das zu erwartende üppige Festmahl kann die Geladenen nicht umstimmen. Sie gehen einfach wieder zu ihrer gewohnten Tagesordnung zurück.

Fragen stellen sich: Ist das Fest so merkwürdig? Ist der König vielleicht nicht besonders beliebt? Sind die Gäste alle schlecht gelaunt oder einfach unglaublich gleichgültig?

Das Verhalten der Personen im Gleichnis wirkt sehr befremdlich. Das Töten der Diener z.B. und auch die Zerstörung der Stadt im Gegenzug erscheinen völlig überzogen. Hier ist nichts normal in dieser Geschichte. Ein Gleichnis, das Befremden und Ratlosigkeit auslöst. So schnell werden wir damit nicht fertig. Und genau das ist gewollt. Wir sollen nicht so schnell mit diesem Gleichnis Jesu fertig werden und es in die eine oder andere Schublade ablegen und dann weitermachen wie bisher. Wir sollen uns hineinziehen lassen in diese Geschichte.

Schauen wir dazu die Personen an: Manche Entsprechung legt sich nahe: Die Eingeladenen, das sind wir Menschen. Der König, das ist Gott. Der Sohn, für den die Feier ausgerichtet wird, das ist Jesus. Die Menschen seines Volkes sind eingeladen zu Gottes Fest. Jesus predigt allen vom Himmelreich, aber nur eine kleine Schar von Jüngern folgt ihm.

Das kann uns ja auch heute erschüttern. Gott lädt uns Menschen ein, das Fest des Lebens mit ihm zu feiern, unser persönliches Leben mit ihm zu teilen, Alltage und Festtage mit ihm zu gestalten - und  wenige folgen dieser Einladung. Gottesdienste, wo nur wenige da sind. Dienste in der Gemeinde, wo sich nur schwer Mitarbeiter finden lassen.  Es ist ja kein Geheimnis, dass unsere Kirchenbänke nicht jeden Sonntag so gut gefüllt sind wie heute und auch nicht jedes Jahr Kirchentag ist wie letzte Woche mit Vierhunderttausend interessierten Besuchern.

Aber können wir uns vorstellen, dass Gott wie der König im Gleichnis Truppen ausschickt um mordend zu strafen? Nein. Ich kann mir das nicht vorstellen. „Selig sind die Friedensstifter” sagt doch Jesus; und selbst bei seiner Gefangennahme ruft Jesus dem Petrus, der ihn verteidigen will, zu: „Steck dein Schwert ein.”

Nein. Angst vor der Gewalt Gottes will Jesus nicht machen. Aber er weist auch hier darauf hin, dass der himmlische Vater nicht zu allem Ja und Amen sagt. Und dass jedes Verhalten bestimmte Folgen nach sich zieht.

(So haben es wohl auch die Christen im 1. Jahrhundert gesehen. Im Jahr 70 nach Christus wurde die Stadt Jerusalem von den römischen Truppen erobert. Lange hatten die Juden Widerstand geleistet, einen Aufstand gegen die Besatzung gewagt - aber dann kam das schreckliche Ende. Viele mussten Sterben. Es hat wohl Christen gegeben, die das dann so deuteten: Die Juden haben nicht auf Jesus gehört, sind ihm nicht gefolgt - und nun mussten sie so enden. Mir ist eine solche Sichtweise fremd, auch wenn sie sich in unserem Text widerspiegelt. )

 

Schließlich geht es ja nicht um irgendeine Einladung, sondern um  Gott, der einlädt   -  und um uns, ob wir diese Einladung hören. Darauf spitzt sich das Gleichnis Jesu doch zu: Was wird aus der Einladung Gottes in unserem Leben?

Wir, die wir hier bei uns in der Kirche Jesu Christi mitarbeiten, fragen natürlich auch im Zusammenhang dieser Visitation: Geben wir die Einladung Gottes so weiter, dass sie gehört wird? Sind wir eine einladende Kirche? Oder verprellen wir die Leute? Hier müssen wir sorgfältig schauen – und das werden wir auch Tun im Kirchenvorstand und mit den Mitarbeitern. Manche Gespräche, die wir miteinander in diesen Tagen schon geführt haben. Wir wollen als Kirche da nichts versäumen und unversucht lassen. Denn das ist doch eine großartige Sache, um einen Gott zu wissen, der zum Fest des Lebens einlädt.

Schauen wir dazu noch einmal das Gleichnis an:  G o t t  lädt ein, j e d e und j e d e n, Gute und Böse. Seine Einladung erreicht die Menschen an den Hecken und Zäunen, in den Sackgassen und Einbahnstraßen ihres Lebens. Und das bedeutet doch: Die Einladung Gottes erreicht uns überall, gerade da, wo wir uns befinden. Da können wir neu mit Gott anfangen, da können wir bildlich gesprochen „ein neues Kleid anlegen“.

Es gehört zu den eindrücklichsten Erlebnissen, wenn sich Menschen änderten, weil sie den Sinn ihres Lebens gefunden haben. Denken wir nur an das biblische Beispiel des Zöllners Zachäus, der erst nur an sein Geld denkt und dann durch die Zuwendung Jesu sein halbes Vermögen den Armen schenkt. Da hatte sich was getan bei ihm. Jeder konnte es sehen. Er hatte sich ein neues Kleid angelegt, mit weiten Taschen.

Oder denken wir an manche berühmten Leute, die früher für sich selbst Anerkennung gesucht haben und nun ganz für andere da sind – „Menschen für Menschen“ – Sie kennen die Aktion, ich denke da an Karl-Heinz Böhm und sein unermüdliches Eintreten für Flüchtlinge in Afrika.  Ganz am Beginn der Aktion war er mal hier in Tarmstedt. Vielleicht können sich einige daran erinnern. Mich hat das damals sehr beeindruckt und auch später, wenn Mütter und Kinder davon berichteten, wie ihnen geholfen wurde, wie sie ein verloren geglaubtes Leben wieder gefunden haben.

Wir können die Reihe der Beispiele fortsetzen – bis hin zu Menschen ganz in unserer Nähe, die für andere da sind, beistehen und helfen.

Ich denke da an viele Aktionen nach der Tsunami-Katastrophe in Süd-ost-Asien. Ein Ökumenischer Gottesdienst in der Turnhalle in Lilienthal. Viele die zusammen gearbeitet haben. Viele die gespendet haben – oder wie der Singkreis Ostertimke gesungen haben um den Erlös dafür zu Spenden – bis hin zu unserem Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden, wo es auch um  die Hilfe für Menschen in Not ging.

Liebe Schwestern und Brüder, es geschieht etwas, wenn der einladende Gott  Aufnahme bei uns findet. Miteinander wächst. Gemeinschaft. Feiernde Gemeinde entsteht. Mit Gottesdiensten, die uns zusammen führen, indem wir singen und beten in seinem Namen, für andere da sind, wo sie Hilfe brauchen, trösten und helfen,  aber auch lehren und mahnen. Menschen beginnen mit Gottes Wort zu leben um es dann selbst weiter zu tragen und weiter zu sagen. So antworten wir als Kirche auf die Einladung Gottes.

Wir erinnern unsere Mitmenschen immer wieder daran, „Ihr seid mit uns eingeladen.  Ihr seid doch getauft. Öffnet euch der Botschaft, die eurem Leben eine neue - und wie wir überzeugt sind, eine gute Richtung geben kann!“  Und mögen wir uns im Leben auch noch so viel voneinander unterscheiden, da ist unser Glaube an den einladenden Gott, der a l l e  zu sich ruft. In ihm wissen wir uns verbunden, hier im Gottesdienst und in unseren Alltag; in unseren Familie und an unserem Arbeitsplatz; an den Hecken und Zäunen ebenso wie in Gemeindehaus und Kirche.

 

Dieser Glaube soll nicht müde werden, sich zu zeigen. Unser „hochzeitliches Gewand“ zeigt sich für uns und andere daran, mit Liebe bei der Sache zu sein. Das soll man uns ansehen und abspüren. Und Gott sei Dank - das geschieht auch in unserer Gemeinde. Eine große Zahl von ehrenamtlichen Mitarbeitern steht dafür ein, dazu wird unsere Superintendentin Frau Rühlemann wohl gleich noch etwas sagen. Ich möchte schon an dieser Stelle ganz herzlich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken! Und auch den Vertretern der Vereine und Verbände und Gemeinden und Schulen, die sich ebenfalls für andere einsetzen. Wenn wir der Einladung folgen, dürfen wir darauf hoffen, das richtige Kleid zu tragen.

 

Liebe Gemeinde, zum Schluss möchte ich fragen: Sind wir in das Gleichnis Jesu von der großen Einladung hineingezogen worden? Ich hoffe es sehr. Denn es zeigt uns: In der Gegenwart Gottes wird neues Leben möglich. Gott fragt nicht nach dem, was vorher gewesen ist. Er freut sich, wenn wir seine Einladung annehmen. Selbst wenn viele berufen sind und nur wenige auserwählt, wie Jesus mahnend sagt. Gott will uns wandeln und erneuern. Die alten Kleider bleiben vor der Tür.  Ein neuer Geist weht im Festsaal. Ein neuer Sinn wird uns geschenkt. In der Nähe Gottes kann jede und jeder seinen Platz finden, so dass Leben hier auf Erden gelingen kann und Gemeinschaft geschenkt wird. Dazu sind wir auserwählt. Glauben wir es! Dann hören wir auch den letzten Satz des Gleichnisses weniger als Warnung, sondern mehr als Zusage: Viele sind berufen. Bitten wir Gott darum,  dass er sich weiter seine Kirche erwählt, in der das Fest des Lebens mit Gott gefeiert wird.

Und der Friede Gottes...

 

**************************************************************************

Visitationssonntag 19.So. n. Trinitatis  14.Oktober 2012 10 Uhr Kirchtimke

Lieder EG 447,1-3+6  320,1-4+8  288,1-7  406,1-2+4  447,7+8

Predigt zu Jakobus 5,13-16

Vorspiel

Begrüßung, Eingangswort

447,1-3+6   Lobet den Herren

Eingangsliturgie, Gebet

Lesung Evangelium

Glaubensbekenntnis

320,1-4+8 Nun lasst uns Gott dem Herren

Ansprache Superintendentin

288, 1-3+6+7 Nun jauchzt dem Herren alle Welt

(Klingelbeutel)

Predigt

406, 1-2+4

Abkündigungen

447,7+8

Fürbittengebet

Vaterunser

Segen

Nachspiel

 

I.

Liebe Gemeinde an diesem Visitationssonntag, liebe Frau Superintendentin Jutta Rühlemann, liebe Gäste und liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserer Gemeinde,

- oder zusammengefasst in einem Wort: liebe Schwestern und Brüder!

Heute am Visitationssonntag ist so mancher unserer Einladung gefolgt, das freut mich sehr. Das ist ein schönes Zeichen der Verbundenheit.  Und wenn wir in diesen Wochen von der Superintendentin visitiert, d.h. besucht werden, dann ist es gut, wenn wir uns als besuchte Gemeinde miteinander in großer Zahl vergewissern, was das eigentlich ist, das uns verbindet:  Uns als Gruppen in der Gemeinde, Chöre, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den ganz Kleinen im Mini-Club bis hin zu den Senioren und unserem Besuchsdienst; oder auch unsere Kooperationspartner in den Kommunen und Dörfern, Vereinen und Einrichtungen;  aber auch was jeden Einzelnen von uns verbindet mit der Gemeinde Jesu Christ als Ganzer. Jeder Gottesdienst ist da Woche für Woche ein wichtiges Zeichen und gibt uns mit Lesung, Predigt und Gebet Hilfe und Antwort für unseren Glaubens- und Lebensweg.

Der heute vorgeschlagene Predigttext zum Ende des Kirchenjahres hin stammt aus einem der Briefe im Neuen Testament, dem Jakobusbrief. Unser Reformator  nannte ihn ein wenig abschätzig eine „stroherne Epistel“, der also etwas das kostbare Korn fehlt, dafür um so mehr Stroh enthält. Luther meinte damit, dass die Menschenfreundlichkeit Gottes in Christus nur wenig entfaltet wird, dafür um so mehr Ratschläge, im Glauben zu leben.

Wir wollen das heute nicht bewerten, gerade bei einem Anlass wie dieser Visitation möchten wir als Gemeinde ja offen sein für Ratschläge, das macht ja den Sinn der Visitation aus – und auch den Sinn der neutestamentlichen Briefe an die Gemeinden, dass an die wichtigsten Standards, die zum Glauben gehören, erinnert wird. Und dazu gehört ja auch das  ganz praktische Tun

Vorab aber noch ein Gedanke zu den Ratschlägen. Wie ist das eigentlich? Wenn Ratschläge erwünscht sind, dann ist es gut, einen Ratgeber zu haben. Bei unerwünschten Ratschlägen muss der Ratgeber mit Widerstand rechnen. Wenn der Arzt dem Patienten einen Rat gibt, dann hat er dafür gute Gründe: z.B.  wenn er sagt, etwas mehr Bewegung würde gut tun, oder etwas weniger essen, oder endlich das Rauchen aufgeben. Mancher Rat lässt sich schwerer umsetzen als ein anderer, wer ein langjähriger Raucher ist, der wird sich schwer tun, sein Verhalten zu ändern. Mit der Bewegung ist das auch so: Aber schon nach ein paar Tagen stellt sich der Erfolg ein: Ein täglicher Spaziergang führt zur Erholung für den Körper und die Seele.

Und bei manchen Krankheiten spielt das eine große Rolle, wie es uns seelisch geht; Tabletten und Spritzen allein können nicht immer Heilung bewirken, wenn es seelisch nicht stimmt. Ohne Hoffnung wird der Gesundungsprozess behindert. Und umgekehrt erfahren wir es auch, wie der Glaube Berge zu versetzen vermag.

Unser heutiger Predigttext gibt nun den Ratschlag, dem Glauben an Gott etwas zuzutrauen - und dieser Ratschlag lautet: Betet füreinander!

Ich lese aus dem Jakobusbrief im 5.Kapitel:

13 [a]Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der [b]singe Psalmen.

14 Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und [a]ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn.

15 Und [a]das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden.

16 Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. [a]Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.

17 Elia war ein schwacher Mensch wie wir; und er betete ein Gebet, [a]dass es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate.

18 Und er betete abermals, und der Himmel gab den Regen und die Erde brachte ihre Frucht.[a]

II.

"Beten Sie für mich, Herr Pfarrer," hat eine Frau zu mir gesagt. "Jetzt hilft nur noch beten, aber ich kann es nicht,; aber wenn es Gottes Wille ist, dann kann er mir helfen. Bitte, beten Sie für mich.“

Liebe Schwestern und Brüder, selbst wenn eine Situation noch so schwierig ist, wenn wir unsere eigene Ohnmacht spüren, das können wir: Beten. Uns an Gott wenden, mit unserer Bitte, unserer Klage und hoffentlich auch mit unserem Dank. Daran halten wir auch in der größten Not fest, dass Gott uns nicht allein lässt. Und sei es auch durch Beter, die wir an unserer Seite wissen.

Und so strohern ist unsere Epistel nun auch wieder nicht, denn sie vergewissert uns ganz deutlich darin, dass Gott unser körperliches und seelisches Heil will, also Heilung unserer Krankheit und auch Vergebung unserer Sünden. Elia wird hier als Beispiel im Jakobusbrief genannt, der im 9. Jahrhundert im nördlichen Israel wirkte. Schon sein Name war wie ein Programm, ELIA bedeutet übersetzt: „Mein Gott ist Jahwe.“ In einer als Strafe erfahrenen Dürrezeit wendet er sich als Prophet für sein Volk an seinen Gott Jahwe – und der Leben spendende Regen fällt. Gott wendet sich seinem Volk wieder zu. Daran wird hier erinnert.

Aus heutiger Sicht fällt es uns schwer, Dürrekatastrophen oder auch Krankheiten als Strafe Gottes zu deuten. Wir haben Jesus in den Evangelien vor Augen, wie er allen lebensbedrohenden Mächten Widerstand leistet, heilt und hilft. Er überwindet das Grübeln über einen Zusammenhang von Strafe und Krankheit, spricht Menschen im Vertrauen auf Gott frei. Bildlich gesprochen: Dieses wertvolle Korn ist auch hier im Stroh unserer Epistel verborgen.

Trotzdem wissen wir: Menschen können krank werden, weil in ihrem Leben etwas kaputt gegangen ist, aus eigener Schuld oder der Schuld anderer; in der Beziehung zur Familie, zum Partner oder den Kindern. Oder im Beruf, im Umgang mit den Kollegen oder dem Chef – oder auch aus Überforderung. „Burn out“ ist in aller Munde und schon fast eine Seuche geworden.

Und wir wissen doch alle, wie schwer es uns fällt, nach einem schweren Streit einen klaren Gedanken zu fassen. "Mit dem Spreche ich nicht mehr", sagt ein Mann über seinen Nachbarn. Doch das fehlende Gespräch bedeutet Kälte im Gefühl, die Menschen krank machen kann.

III.

Dann ist es gut, wenn einer da ist, an den wir uns wenden können. Der uns nicht verurteilt, sondern die Hoffnung vermittelt, dass es auch jetzt einen Weg gibt. Gut, wenn einer da ist, der das Gespräch wieder in Gang bringt.

Was für das Verhältnis der Menschen untereinander gilt, das lässt sich ähnlich auch vom Verhältnis zu Gott sagen. Ein gestörtes Verhältnis zu Gott zeigt sich vor allem darin, dass er in unserem Denken und Fühlen und Sprechen nicht mehr vorkommt. Weder wenn es uns gut geht, noch wenn wir in Not sind.

Darum ist es ein guter Rat, den uns der Jakobusbrief heute miteinander in unserer Gemeinde gibt: Gott Raum  zu geben, in unserem Gebet, in unserem Denken und Mitfühlen, in unserem Leben. Dazu sind unsere Kirchen ja gebaut, dass wir dafür miteinander Raum haben, und das macht ja auch einen gottesdienstlichen Raum wie diesen aus, dass uns das Beten leichter wird.

Hören wir den Rat mit offenem Herzen an:

"Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen." Mit anderen Worten: Führe das Gespräch mit Gott. Es ist durch nichts zu ersetzen. Das Bittgebet in der Not gibt uns neue Hoffnung, dass nicht irgendein Schicksal über uns herrscht, sondern Gott in seiner Barmherzigkeit und Güte, der Kraft schenkt, auch das Leiden zu tragen.

Im Krankenhaus sagt eine Frau, die von sich selbst sagt, recht ungeduldig zu sein: "Ich habe gebetet, dass ich bald wieder gesund werde. Das ist nicht in Erfüllung gegangen. Aber inzwischen kann ich meine Situation annehmen. Und das ist auch schon ein kleines Wunder; sie kennen mich ja:"

Und das andere genauso, wenn es mir gut geht: Mit fröhlichem Herzen Gott danken und ihm singen: Vielleicht "Lobe den Herren...", wie wir es heute morgen hier in unserer Kirche schon getan haben oder bei vielen vielen Ehejubiläen, Hochzeiten oder Taufen. Oder zu Hause morgens mit einem fröhlichen Gebet sagen: "Gott, hab Dank für diesen schönen Morgen, die Ruhe der Nacht, die neu erwachten Kräfte und die Bewahrung in meinem Leben."

Das Gespräch mit Gott ist lebenswichtig, denn es überwindet die Grenzen unseres Kleinglaubens, indem wir mehr auf Gott als auf uns selbst schauen und mit seiner heilsamen Nähe rechnen.

Der Jakobusbrief nennt an unserer Stelle dann noch einen weiteren, konkreten Ratschlag: "Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl im Namen des Herrn."

Die Ältesten der Gemeinde, dann sind heute bei uns die Kirchenvorsteher und Kirchenvorsteherinnen, die kirchlichen Mitarbeiter, auch die ehrenamtlichen aus dem Besuchsdienst. Welche großartige Möglichkeit haben wir Christen in unserer Gemeinde, dass wir um Menschen wissen, die sich im Namen unseres Herrn bitten lassen!

Es ist nicht allein der Pastor in einer Gemeinde, der das Gebet für andere spricht, Gott sei Dank. Und Gott sei Dank sind da auch viele, die bereit sind persönlich da zu sein und mitzufühlen, auch bei Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit, die Hand halten, zuhören, und auch  die Beziehung zu Gott, unserem Herrn, beim Besuch mitbringen.

Nach einem langen Gespräch sagt ein junger Mann zu mir: "Es ist gut, wieder einmal die Kirche zu Hause zu haben und so miteinander sprechen zu können." Und ich konnte nur sagen: Ja, das ist wirklich gut, und ich füge hinzu: Das sollten ruhig mehr Menschen in Anspruch nehmen !

So wahr es ist, dass die Not das Beten lehren kann, so gibt es auch das andere, dass sie es unmöglich macht, Gott noch zu vertrauen und zu ihm zu beten. Dann brauchen wir den Glauben anderer, der uns durch diese Zeit trägt. Darum mögen manche es ehrlich meinen, wenn sie sagen: Ich kann auch zu Hause glauben, allein beten, ohne in die Kirche zu gehen. Sicher, das mag im Einzelfall gehen, aber das Gebet ist nicht für uns allein da. Es beinhaltet die Kraft des Glaubens, die den Bruder und die Schwester in der Gemeinde zu tragen vermag. Darum sage ich jetzt ganz deutlich: Rufen sie ihren Pastor, ihren Kirchenvorsteher, den Menschen, der ihnen die Bindung an Gott, den Herrn, verbürgt, damit die Kraft des Glaubens ihnen nicht verloren geht.

Rufen sie - und warten sie nicht, dass sich irgendwie alles von alleine regelt. Rufen Sie mich rechtzeitig als Pastor, z.B. zum Hausabendmahl, solange Großvater oder Großmutter bei vollem Verstand sind und gestärkt werden können durch die Feier der Gemeinschaft mit Christus. Ich habe ganz tröstende Abendmahlsfeiern in unseren Dörfern vor Augen. Laden Sie dann die weiteren Angehörigen ein und die Nachbarn, dass wir auch miteinander singen können - und uns miteinander dem lebendigen Gott anvertrauen.

Der Jakobusbrief ermutigt uns dazu, wenn es weiter heißt:

"Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er hat Sünden getan, wird ihm vergeben werden."

Das ist eine erstaunliche Gewissheit: Das Gebet wird helfen.

Sicher meint das nicht, wir sollen Gott vorgreifen,   w i e  er uns oder einem anderen hilft. Das ist seine Sache und bleibt Geheimnis Gottes. Uns soll es genügen, dass er hilft, und sei es darin, dass wir Ruhe finden und beten können: „Dein Wille geschehe.“

 

Und dann auch das andere: Gott vergibt Sünden. Er rettet uns von unserem falschen Weg. Wir bleiben nicht festgenagelt an unseren Fehlern.  Wir dürfen sie ihm bekennen - und dabei das Ohr eines Bruders oder einer Schwester leihen, daß uns dann auch aus deren mund das vergebende Wort Gottes erlöst.

"Des Gerechten Gebet vermag viel“.

Das ist kein Ratschlag mehr hier im Jakobusbrief, das ist der Hinweis auf ein großes Angebot unseres Gottes, dass wir Christen füreinander zum Helfer werden können, in seinem Namen.

Liebe Gemeinde, ist das nicht ein großartiger Text für unseren Visitationssonntag – und für unseren Dienst als Gemeinde in dieser Welt? Ich empfinde es heute so. Und mögen Sie AMEN dazu sagen.

Und der Friede Gottes…

LINK wird aktuell eingefügt

 

Gottesdienste in Kirchtimke
"Lobe den Herr, meine Seele..." Psalm 103,1


In der Corona-Zeit jetzt können Gottesdienste nur mit begrenzter Besucherzahl und unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln gefeiert werden. Wir bitten um Verständnis! Danke!

 

 

Hinweise zu den Gottesdiensten in der Corona-Zeit:

Wir feiern wieder Gottesdienste und Andachten in unserer St.Lambertus-Kirche gefeierert werden können, vorbehaltlich der Regelungen des Landes.

„Lobet den Herrn, Hallelujah!“

Regeln zum Gottesdienst in der Corona-Zeit:

  • Bitte halten Sie Abstand beim Betreten und Verlassen der Kirche und beim Auf- und Abgang der Empore (1,50m) und beachten Sie die Hygieneregeln ( medizinische Mund-Nasenbedeckung in der gesamten Zeit).
  • Bitte folgen Sie dem Sitzplan in der Kirche und benutzen Sie nur die gekennzeichneten Einzelplätze bzw. Doppelplätze.
  • Personen in Hausgemeinschaft können direkt nebeneinander sitzen.
  • Bitte besetzen Sie zuerst die Bankreihen mit den Plätzen an der Wand. Eine Reihe bleibt immer frei. Bitte vorne beginnen.
  • Die abgekündigte Kollekte und der Klingelbeutel für die eigene Gemeinde werden am Ausgang in einem Behälter gesammelt (Hälfte/Hälfte).
  • Bitte verlassen Sie die Kirche geordnet, die hinteren Bänke beginnen.
  • Wir haben nur maximal 45 Einzelplätze bzw. Familienplätze; sind diese besetzt, müssen wir leider die Teilnahme begrenzen.
  • Personen mit Krankheitssymptomen können nicht teilnehmen.

Feiern Sie fröhlich unseren Gottesdienst mit, auch zu Hause!

Ihr Kirchenvorstand

St.Lambertus-Kirchengemeinde-Kirchtimke

_________________________________________________________

Evangelische Kirche in Deutschland EKD

Wer aus gesundheitlichen Gründen oder aus Sorge vor Ansteckung nicht zum Gottesdienst in die Kirche gehen kann, feiere fröhlich zu Hause Gottesdienst! Wir laden herzlich dazu ein, zeitgleich am Sonntag um 10 Uhr zu Hause eine Kerze anzuzünden, sich  zu sammeln und allein oder in der Familie Gottesdienst zu feiern. So wissen wir uns auf diese Weise im Glauben verbunden, besonders wenn wir das Vaterunser sprechen. In der Kirche denken wir an alle, die mit uns im Gebet verbunden sind.

Hinweise dazu finden Sie hier unter Hausandacht und Gottesdienst.

Herzlichst, Ihr Pfarramt

Gottesdienste sind ein Herzstück unseres Gemeindelebens, auch anlässlich von Taufen, Trauungen und Trauerfeiern.

So ist es hoffentlich bald wieder:

Neben den regelmäßigen Gottesdiensten um 10 Uhr an Sonn- und Festtagen, z.T. mit Posaunenchor, Kirchenchor und auch neuem Liedgut, finden gelegentlich auch "Gottesdienste mal anders" statt, mit Musikgruppe, Team oder Theater und anschließendem Café.

Lektoren und Prädikanten sind regelmäßig beteiligt, bei besonderen Anlässen feiern wir Gottesdienst  auch im Grünen (Zelt, Tauffest im Freibad, Kirche im Dorf im Heimathaus/Kapellen).

In der Region gibt es zahlreiche gemeinsame Gottesdienste zu den 2.Festtagen, in den Ferien und thematisch bestimmt. Dann findet in einer der drei Kirchen der Gottesdienst statt und die jeweilige Ortskirche lädt ein.